Wichtige Änderung bei der KfW-Förderung! Und keine gute!

Wir gewöhnen uns langsam daran: Nichts bleibt, wie es ist, und wer die Jagd nach staatlichen Fördermitteln nicht als sportlichen Wettkampf (sollen wir sagen: Rattenrennen?) begreift, dem drehen die Haushälter des Bundes gerne mal eine Nase. Du hattest, lieber Bauherr, lieber Modernisierer, mit unserem Geld gerechnet? Na, hättest du dich besser mehr beeilt. Jetzt gibt’s leider nichts mehr.

Das klingt gallig? Aber gewiss. Wir erinnern uns gut an den Stopp des Förderprogramms für erneuerbare Energien, das im Mai für Aufruhr und Unmut sorgte, um dann im Juli mit erheblichen neuen Einschränkungen wieder aufgenommen zu werden. Jetzt kommt der nächste Hammer (ja, das muss man so nennen!): Einzelmaßnahmen bei der energetischen Sanierung werden von der bundeseigenen KfW-Förderbank nicht mehr mit zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen gefördert. Nur noch bis zum 31.8. eingereichte Anträge werden noch akzeptiert, vom 1.9. an ist das nicht mehr möglich. Die Begründung, die von der KfW dazu kam, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. „Sehr geehrte Damen und Herren“, heißt es in der offiziellen Mitteilung, „die unerwartet hohe und auch im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich gestiegene Nachfrage macht es notwendig, Änderungen in den Programmen Energieeffizient Sanieren kurzfristig umzusetzen, um diese Förderangebote mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln weiterhin anbieten zu können.“ Das bedeutet: Das Förderprogramm war so erfolgreich, dass es jetzt eingestellt wird.

Schauen wir ein letztes Mal genauer hin: Für welche Modernisierer war diese Förderung gedacht? Für Leute, die ihr Haus nicht komplett sanieren wollen oder können, trotzdem aber mithilfe einer neuen Heizung oder verbesserten Wärmedämmung den energetischen Standard und damit die Belastung des Klimas durch CO2 reduzieren möchten. Eigentlich ehrenwert. Und eigentlich wert der staatlichen Unterstützung. Und offenbar ein gutes Angebot, wenn so viele Modernisierer es in Anspruch genommen haben.

Um nicht missverstanden zu werden: Modernisierer können auch weiterhin Förderung bekommen. Aber eben nicht mehr für Einzelmaßnahmen, die finanziell vergleichweise leicht zu stemmen sind, sondern nur noch für ganze Maßnahmenpakete, die das Programm „Energieeffizienz Sanieren“ vorgibt. Und hier muss mithilfe eines ganzen, deutlich teureren Pakets der Standard „Effizienzhaus“ erreicht werden. Tatsächlich ist dieser Standard wünschenswert – aber von vielen, die ein altes Haus kaufen und nun modernisieren wollen, leider nicht zu bezahlen.

Was tun die jetzt? Wer sich ohnehin gerade damit befasst, stellt seine Anträge bis zum 31.8.! Und danach: ganz auf eine energetische Sanierung verzichten? Das wäre sehr schade! Auch ohne staatliche Förderung rechnen sich ein Heizungstausch und eine bessere Wärmedämmung, es dauert nur länger. Und natürlich ist der Umweltaspekt ja bedeutsam. Wenn wir das Klima noch retten wollen, dann dürfen wir keine Zeit verlieren.

Sie werden es bemerkt haben: Ich bin empört über die Art, wie die verantwortlichen Haushälter und Politiker ein ums andere Mal mit der Motivation der Bürger zum eigenverantwortlichen Handeln in Sachen Energieeffizienz Schindluder treiben. Förderung bei einem so komplizierten, sorgfältig zu planenden Thema wie der energetischen Modernisierung muss verlässlich sein. Aber das scheint die Damen und Herrn nicht zu kümmern. Übrigens: Die Meldung über den Stopp dieser Förderung kam am Freitag, dem 13. August 2010. Wahrlich ein Unglückstag.

Herzlich,

Ihr Sven Rohde

1 Kommentar zu “Wichtige Änderung bei der KfW-Förderung! Und keine gute!”

  1. Martin Becker schrieb am 08 Sep 2011 um 11:18 am #

    Die Halbjahrespause nach dem Aussetzen der Einzelmaßnahmenförderung hat die KfW genutzt, die Programmstruktur zu optimieren. Zum 01.03.11 wurde die Einzelmaßnahmenförderung im Programm 152/430 wieder aktiviert; zwar mit verschärften Anforderungen und einer in vielerlei Hinsicht sinnvollen Auflage einer Qualitätssicherung bei Planung und Ausführung, allerdings im Gegenzug auch mit dem attraktiven Angebot eines Baubegleitungszuschusses bis zu 50% der Begleitungskosten. Ein sinnvoller Schritt zur Erreichung energetischer Ziele bei gleichzeitiger möglichst geringer Bauschadenquote.

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