Photovoltaik ist vielfältig einsetzbar

Wenn jetzt die Sonne vom Himmel brennt, dann drehen die Stromzähler der Photovoltaik-Anlagen auf Hochtouren, rentieren sich die Investitionen in diese Zukunftstechnologie umso schneller (die Entdeckung des sogenannten photovoltaischen Effekts verdanken wir übrigens Albert Einstein, der hierfür – und nicht etwa für seine Relativitätstheorie ! – den Nobelpreis bekam). Und weil bis Ende September noch höhere Einspeisevergütungen für neu installierte Anlagen gezahlt werden, brummen nicht nur die Stromzähler, sondern auch die Geschäfte der Installateure.

Aber es gibt auch andere Einsatzmöglichkeiten für Photovoltaik-Module, die wir in unserer allseits verkabelten Welt viel zu selten beachten: Insellösungen. Überall dort, wo kein Stromkabel liegt, wo vielleicht der Netzanschluss viele hundert Meter entfernt ist, kann ich Geräte mithilfe von PV-Modulen betreiben. Das geht im ganz Kleinen: mit einem Rucksack, der mithilfe von Solarzellen das Notebook oder das Handy auflädt. Und es reicht bis zur Versorgung eines Wochenendhauses, der Berghütte irgendwo weitab von Ortschaften, wo dann eben kein Diesel-betriebener Generator mit Lärm und Gestank die Ruhe stört, sondern eine PV-Anlage für Licht, Wasserpumpe und Strom fürs Fernsehen über Notebook sorgt.

Wir haben uns so daran gewöhnt, dass immer und überall ein 230-Volt-Kabel in Reichweite liegt, dass wir über autarke Lösungen gar nicht mehr nachdenken. Aber warum soll ich zum Beispiel ein Erdkabel über viele Meter durch den Garten verlegen, wenn sich die Pumpe für meinen Gartenteich auch mit Sonnenstrom betreiben lässt? Dasselbe gilt für den Antrieb des Gartentors, die Außenbeleuchtung, das Wasserspiel. Es ist faszinierend, welche pfiffigen Lösungen der Erfindergeist immer wieder hervorbringt.

Ein Beispiel: der Solarlüfter. Er vertreibt den typisch muffigen Geruch in Wochenend- und Schrebergarten-Häusern, der ja entsteht, wenn ein Haus längere Zeit nicht gelüftet und beheizt wird. Der Solarlüfter besteht aus einem Luftkollektor, der bei Sonnenschein die Luft erwärmt, und einem Solarmodul, das Strom für den Betrieb eines Ventilators erzeugt. Mithilfe eines Ventils lässt sich die einströmende Menge warmer Luft regeln und im Raum eine Grundwärme erzeugen, die eine Durchfeuchtung wirkungsvoll verhindert. Wichtig (wie bei allen Anwendungen): dass keine Bäume das Modul verschatten.

Nun haben Sie wahrscheinlich gelesen, dass bei der Erzeugung von Sonnenstrom die Eigennutzer mit einer höheren Einspeisevergütung belohnt werden – und sind nicht Insellösungen der Inbegriff der Selbstnutzung? Ja, das sind sie, und trotzdem gibt es für sie keine Förderung. Voraussetzung für eine Vergütung des selbstproduzierten Stroms ist ein Netzanschluss. Schade, aber nicht zu ändern. Dafür schickt die Sonne aber auch keine Rechnung.

Herzlich,

Ihr Sven Rohde

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