der Blog mit Energie


Energieberatung im „domicil“ Dortmund: Wie der Jazzclub „greener“ wird

Die Energieberatung der vor einem Monat im Kölner Gloria-Theater gestarteten NRW-Ausgabe des Green Club Index kommt auf Touren. Wir haben Berater Michael Müller von der EnergieAgentur.NRW und Klima.Netzwerker Marcus Müller ins Dortmunder „domicil“ begleitet, wo die Green-Club-Berater mit Geschäftsführer Waldo Riedl und Veranstaltungsleiterin Amanda Matzka die energetischen (Spar-)Potenziale des Jazzclubs an der Hansastraße erkundeten.

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Im wahrscheinlich größten Leuchtkasten des Ruhrgebiets: Green Club-Energieberater Michael Müller (r.) und „domicil“-Geschäftsführer Waldo Riedl hinder dem Firmentransparent über dem Eingang. Fotos (10): Frank Vinken | dwb

Die Exkursion zu den Verbrauchsstellen rund um Jazz und Bühne beginnt in der Bar des „domicil“ mit der Klärung von Eckpunkten, wo bereits mit wenig Drehung an dicken Stellschrauben viel erreicht werden kann: Wer liefert Energie zu welchen Konditionen? Wie hat sich der Verbrauch in den zurückliegenden Jahren entwickelt? Gibt es Trends? Ist Grünstrom ein Thema? Bei aktuell 118.000 Kilowattstunden pro Jahr (Kwh/a) empfiehlt Michael Müller ohnehin die differenzierte Lastgangmessung durch den Anbieter: „Damit lassen sich versteckte Verbraucher ermitteln, die man im Routinebetrieb nicht ständig auf dem Schirm hat.“

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Energiewenden-Ausstellung: Von jubelnden AKW-Fans und populistischen Politikern

„Verspargelung der Landschaft“. „Zappelstrom“. „Vogelschreddern“. Alleine die drei Worte – allesamt Lieblingsbegriffe der Windenergie-Gegner – zeigen es: Die Energiewende reicht weit hinaus über technische Details der Stromversorgung. Es geht – den Begriffen folgend – um Lebensräume, um Sicherheit, um Ökologie. Die Energiewende-Diskussion ist zutiefst gesellschaftspolitisch, und wird gerade deswegen oft auch so polarisierend geführt. So ist es heut, und so war es auch schon in Zeiten früherer Energiewenden, etwa der auf dem Weg zur Kernkraft im Wirtschaftswunder-Deutschland der 1950er und 60er. Solchen gesellschaftlichen, kulturellen und technisch-ökonomischen Veränderungen spürt die von uns geförderte Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ nach, die 2017 im LVR-Industriemuseum in Oberhausen eröffnet. Hans-Georg Thomas, Leiter des Historischen Konzernarchivs von RWE, konnte in einem ersten Workshop schon hinter die Kulissen der Ausstellung blicken:

Herr Thomas, der Plural „Energiewenden“ klingt nach einer Reise durch die Geschichte. Ist es eher eine Vergangenheits- oder eine Zukunftsausstellung?
HANS-GEORG THOMAS: Es geht um beides, aber trotzdem ist die Beschreibung zu kurz gegriffen. Das wird keine enzyklopädische Geschichte der Energie und der damit verbundenen Technik. Die Ausstellung folgt einem umfassenderen Ansatz: Es geht um den Umgang mit Technologien, darum, wie die Nutzung von Energie mit politischem Willen oder gesellschaftlichen Entwicklungen zusammenhängen, welche Bilder von Energie in unseren Köpfen stecken. Und schließlich darum, was uns frühere Energiewenden für die Zukunft lehren.

Hans-Georg Thomas leitet das Historische Konzernarchiv bei RWE

Mit Energiewenden kennt er sich aus: Hans-Georg Thomas leitet das Historische Konzernarchiv bei RWE

Hätten Sie ein Beispiel?
Eine Kollegin vom Deutschen Museum hat jetzt bei dem Workshop in ihrem Vortrag  über die Elektrifizierung der Haushalte in den 1950er und 960er Jahren auf die politischen Muster dahinter aufmerksam gemacht – ein Thema, das sich auch in der Ausstellung finden wird. Die Amerikaner haben auch in Deutschland die Haushaltselektrifizierung mit großen Ausstellungen sehr vehement propagiert. Aber nicht aus technischem Interesse, sondern als Beleg für die Überlegenheit des „American Way of Life“ gegenüber den kommunistischen Systemen in Osteuropa. Es tobte ja der Kalte Krieg.

Elektrifizierung unser Haushalte

“Es tobte ja der Kalte Krieg”. Die Elektrifizierung unser Haushalte wurde vor 50 Jahren auch aus politischen Gründen gefördert

Auch eine Art von Energiepolitik!
Definitiv. Von einem anderen Beispiel hat Professor Bernd A. Rusinek, Archivar des Forschungszentrums Jülich, berichtet, das bereits 1956 zur Erforschung der Kerntechnik gegründet wurde. Man erinnert sich daran nicht mehr: Aber NRW, das Kohleland, war mal das Land der Atom-Euphorie in Deutschland. Hier haben Politiker wie Leo Brandt (ehemaliger Wirtschafts-Staatssekretär, d. Red.) die Kernforschung massiv gepusht. Ein – heute – kurioses Zeugnis der ersten Euphorie ist der 1956 von der SPD verabschiedete Atomplan, der getragen ist von dem Glauben,  eine unerschöpfliche und quasi unentgeltliche Energiequelle gefunden zu haben.

“NRW, das Kohleland, war mal das Land der Atom-Euphorie in Deutschland.”

Hans-Georg Thomas

Energiewenden im Spiegel der Politik…
Nicht nur: Auch die gesellschaftlichen Einstellungen sind ja sehr bezeichnend: Es gibt Bilder aus den 1960ern aus eher rückständigen ländlichen Regionen im östlichen NRW, wo die Menschen an der Straße standen, um Tiefladern zuzujubeln, die über die holprigen Straßen vorbei an ärmlichen Häusern Bauteile für das neue Kernkraftwerk Würgassen anlieferten. Andererseits hatte es auch schon Anfang des 20. Jahrhunderts gesellschaftliche Widerstände aus dem Bürgertum gegeben gegen Bau von Wasserkraftwerken und Stauwehren – weil sie das ästhetische Empfinden störten.

Ist die Ausstellung eher pro oder eher contra Energiewende?
Weder noch. Soweit ich das zum jetzigen Zeitpunkt beurteilen kann, wird sie keine Scheuklappen aufhaben. Sie wird auf jeden Fall einige kritische Fragen stellen.

Die da wären?
Zum Beispiel, ob wir uns diese Energiewende überhaupt leisten können. Oder ob sie eher ein Luxusprodukt ist, das vor allem von gebildeten und gutverdienenden Menschen propagiert wird.

“Wenn nun die Populisten einsteigen, bekommt die Energiewende ein echtes Problem.”

Hans-Georg Thomas

Wie ist Ihr Eindruck? 
Dass die Energiewende in Teilen fern der sozialen Realitäten durchgezogen wird. Die Aufschläge auf den Strompreis zur Subventionierung der Erneuerbaren Energien werden für immer mehr Menschen zur Belastung. Damit liefert man Populisten wie der AfD, die  zunehmend gegen die Energiewende polemisieren, unnötig Munition. Und wenn diese Strömungen da einsteigen und das Thema hochkochen, bekommt die Energiewende ein echtes Problem. Der Brexit hat ja gezeigt, wohin Populismus jenseits von Fakten und Realitäten führen kann.
Insofern: Ich bin mir sicher, dass die Ausstellung auf jeden Fall Denkanstöße liefern wird – und das ist wichtig für die Zukunft der Energiewende.

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Mehr über den Workshop erfahren Sie hier auf der Website des Museums.

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ILAA 2017: “Die Entscheidung für die Jury wird schwer”

Der Countdown läuft: Am 31. Juli ist Bewerbungsschluss für den 2. Internationalen Light Art Award (ILAA). Der von unserer Stiftung initiierte Lichtkunstpreis findet erstmals als offener Wettbewerb statt – jeder Künstler kann sich also bewerben. Eine Fachjury wählt dann aus den Einreichungen drei Finalisten aus, die ihre Installationen im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna realisieren dürfen. Aus ihnen wiederum wird der Sieger gekürt und bei der Verleihung im Frühjahr 2017 ausgezeichnet. ILAA 2017-Projektleiterin Anna Morbach zieht Zwischenbilanz:

Frau Morbach, in drei Wochen ist Bewerbungsschluss für den ILAA 2017. Wie viele Einreichungen gibt es bisher?
ANNA MORBACH: Wir haben bereits zahlreiche Konzepte erhalten und ich bin sicher, es werden noch mehr, denn es gab schon sehr viele Nachfragen von interessierten Künstlern. Man kennt das ja von Deadlines: Ganz viele melden sich erst in letzter Minute.

ILAA 2017 - Anna Morbach im Interview

“Das neue Procedere eines offenen Wettbewerbs bewährt sich auf jeden Fall.” Anna Morbach, hier im Lichtkunstzentrum Unna, über den erfolgreich anlaufenden ILAA 2017. Fotos (2): Frank Vinken | dwb

Wie viele Künstler waren beim ILAA 2015 im Rennen, als man nur auf Vorschlag teilnehmen konnte?
Damals waren es rund 30. Mit dem offenen Wettbewerb werden wir diese Zahl aber locker übertreffen. Das neue Procedere bewährt sich gut!

Was sagen Sie zur bisherigen Qualität der Bewerbungen?
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