Es geht weiter: Verlängerung für unsere „Lichtpunkte“

2012 hat überraschend gut begonnen für Deutschland: Die Bankenkrise scheint plötzlich kein Thema mehr zu sein, der Aktienindex Dax legte den besten Start seit 15 Jahren hin, die Exporte überstiegen erstmals die Billionen-Marke. Angesichts so vieler wirtschaftlicher Euphorie-Meldungen gerät in Vergessenheit, dass unser Land keineswegs ein Hort der Prosperität ist: Armut macht auch vor reichen Ländern nicht halt. „Arm, ärmer, Deutschland“ haben wir neulich einen Beitrag bei uns im Blog überschrieben, nachdem die Bertelsmann-Stiftung Zahlen veröffentlicht hatte, wonach in manchen Teilen unseres Landes jedes dritte Kleinkind mit seiner Familie von Hartz IV lebt. Die Studie hatte es sogar in die Schlagzeilen von „Spiegel Online“ geschafft.

Die RWE Stiftung hat das Thema Kinder- und Familien-Armut schon seit einigen Jahren „auf dem Radar“ und mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und den Länderregierungen von Berlin und Rheinland-Pfalz im Jahr 2011 das Projekt „Lichtpunkte“ initiiert. „Lichtpunkte“ bedeutet aktive und kreative Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher, verbunden mit Förderprogrammen für die Eltern. Jetzt haben wir mit unseren Partnern beschlossen, zehn „Lichtpunkte“-Einrichtungen, die wir seit zunächst für ein Jahr gefördert hatten, weiter zu unterstützen.

 

Website des Mainzer Projekts “Kartoffeln und Kebab”

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Redaktion am 22.02.2012 in Soziales

Das Energie-Interview mit Joey Kelly

“Sport ist die Quelle, aus der ich Energie tanke”

Als erster Mensch hat er in einem Jahr acht Ironman absolviert, ist also achtmal am Stück 3,86 Kilometer geschwommen, 180,2 Kilometer geradelt und dann 42,195 Kilometer gelaufen. Er ist zu Fuß in 17 Tagen und 23 Stunden von Wilhelmshaven bis zur Zugspitze und in zehn Tagen quer durch die Antarktis zum Südpol gelaufen. Er hat 44 Marathons und 31 Ultra-Marathons gefinisht, mehr als 10 Wüsten-Ultra-Läufe überstanden und 3-mal beim „Race Across America“ die USA auf dem Rad durchquert. Wenn Joey Kelly über Energie redet, dann weiß der 39-Jährige, wovon er spricht.

Herr Kelly, welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Ohne Energie ist alles nichts. Energie ist Gesundheit, Energie ist Leben.

Joey Kelly – Energiebündel in Sachen Sport und Musik

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
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Redaktion am 20.02.2012 in Allgemeines, Kultur

Viel erreicht, wenig gewonnen!

Einen “realistischen Blick auf das Ruhrgebiet” verspricht das druckfrische Buch  ”Viel erreicht, wenig gewonnen” aus dem Klartext-Verlag. Vier Bochumer Professoren haben sich zusammengetan und tatsächlich: Hier wird aufgeräumt mit den immer gleichen Worthülsen (“Strukturwandel”), hier werden die Defizite und offenen Wunden, die jeder kennt, der einmal im Regionalexpress von Essen nach Recklinghausen gefahren ist, geradeaus benannt. Da ist wenig “Phönix flieg” – wie ein anderes, vor rund einem Jahr erschienenes Buch und eine Tagung im Dezember selbstbewusst, aber auch etwas trotzig forderte. Da sind, mit Verlaub, eine Menge Probleme.

Dass Bodo Hombach, der spiritus rector der “Phönix-Bewegung”, nun selbst das neue Klartext-Buch, das man durchaus als Antithese zu allzu viel deklamatorischem Optimismus auffassen könnte, präsentierte, spricht für seine menschliche Große. Und es spricht für einen neuen Realismus im Revier. Viele sind die Worthülsen (noch so eine: “Metropole Ruhr”) Leid, die Sprünge immer neuer Tiger, die dann doch als Bettvorleger landen, die immer neuen Säue, die durch die Dörfer gejagt werden, die Mischung aus Larmoyanz und der wahnwitzigen Vorstellung, man sei der Nabel der Welt, die Absurditäten des Mit- oder Gegeneinanders im Ruhrgebiet. Neuer Realismus hält Einzug, vielleicht ein Stück neue Ehrlichkeit.

Auf den ersten Blick irritiert es da, dass die Kultur, an der im Ruhr.2010-Jahr das Revier noch genesen sollte, in dem 178 Seiten starken Buch nur auf sechs Seiten abgehandelt wird, und dann noch unauflösbar verquickt mit einer auch nach dem Kulturhauptstadtjahr schwer greifbaren “Kreativwirtschaft”. Das mag tatsächlich ein Defizit des Buches sein. Auf der Pressekonferenz wurde dann aber klar: Gerade im Kulturbereich zeigt sich exemplarisch, dass viel erreicht und mancherorts tatsächlich wenig gewonnen wurde. Ein millionenschweres Konzerthaus in Bochum? Kann man zumindest hinterfragen. Ruhrkunstmuseen? Ein schöner Ansatz, von dem hoffentlich mehr übrig bleibt als PR-Aktionen. Schließungs- und Kürzungsdebatten allerorten. Leere Kassen.

Für uns Stiftungen, aber auch für jedes fördernde Unternehmen entsteht so eine schwierige Situation. Denn wenn der Ruf nach Vielfalt zu Unübersichtlichkeit und Fürstentum-Denken führt, wenn privates Geld nur dazu gebraucht wird, Löcher in Luftschlössern zu stopfen, nervt das nicht nur die potenziellen privaten Geldgeber, sondern am Ende verlieren auch die Kulturinstitutionen – und das Ruhrgebiet. Wohlgemerkt: Es geht nicht um Einheitsbrei und ausgedünnte Strukturen. Vielmehr geht es auch hier – wie in der gesamten Ruhrgebietsdebatte – um mehr Realismus, um arbeitsfähige Strukturen, um die Einsicht, dass man jeden Euro nur einmal ausgeben kann. Arbeitsteilung – oder wie es die Buchautoren nennen: “funktionale Differenzierung” – sollte kein Unwort sein.

Das ist übrigens in der Bildung nicht anders. Hier gibt es allerdings vielversprechende Beispiele von Allianzen, ohne Qualität und Vielfalt zu gefährden. Vielleicht ist die Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) tatsächlich mehr als ein Wortungetüm. Das KWI jedenfalls hat sich als Zusammenschluss aller drei Ruhrgebietsuniversitäten überregionale Akzeptanz erarbeitet.

Die Debatte über die Zukunft unserer Region ist also längst nicht beendet. Um nochmal auf das Buch zurückzukommen: Vieles wurde richtig angesprochen, wenig wurde ausgelassen. Manches aber doch. Von der Kultur-Lücke war schon die Rede. Auch die Frage nach der Rolle der industriellen Basis sparen die Autoren weitgehend aus. Dazu wiederum hatten die Phönix-Autoren einiges gesagt.

Abb.: Klartext Verlag

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smu am 14.02.2012 in Allgemeines, Bildung, Kultur

Wasser-Zeichen für den Wissensdurst

Wir finden, dass zur Diskussion über Energie-Bildung, Erziehung und Kultur in Krisenzeiten auch die vom RWE geförderten Museen „Strom und Leben“ im Umspannwerk Recklinghausen, das Haus Ruhrnatur und das Wassermuseum „Aquarius“ in Mülheim gehören. Der „Aquarius“ feiert  in diesem Jahr den 20. Geburtstag. Betrieben wird das 50 Meter hohe Baudenkmal von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft, RWW, die im laufenden Jahr ebenfalls Grund zum Feiern hat. Die RWE-Tochter wird 100.

Für zahlreiche Schulen des Ruhrgebiets gehört der „Aquarius“ seit Jahren zum festen Projekt- und Exkursionsprogramm. Die Besucherzahlen sind auf hohem Niveau stabil. Nach 48.000 Gästen im Kulturhauptstadtjahr 2010 waren es 2011 rund 40.000, die sich mit einer persönlichen Chipkarte durch die interaktiven Module der 30 Erlebnis-Stationen auf 14 Ebenen durch die Welt des Wassers geforscht haben. Vom virtuellen Labor-Experiment bis zur Steuerung eines komplettes Wasserwerks in der realistisch nachgebauten Leitwarte.

Das museumspädagogische Programm des „Aquarius“-Teams reicht vom 3. bis zum 10. Schuljahr. Mit Klemmbrett, Stift und Wissensdurst folgen die jüngsten Besucher in kleinen Gruppen den Spuren des Froschkönigs durch das Wasser-Zeichen an der Ruhr. Für ältere Jahrgänge und erwachsene Besucher wird seit 2010 die Sonderausstellung zum aktuellen Thema „Virtuelles Wasser“ präsentiert. Wie viel Wasser wird tatsächlich und weltweit für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel und Konsumgüter verbraucht? Was kostet der Biss in den Burger wirklich, wenn zur Erzeugung einer einzigen Tomate bereits rund 13 Liter Wasser nötig sind und 1 Kilogramm Rindfleisch von der Geburt des Tieres bis zum Fast-Food-Grill rund 15.500 Liter Wasser verschlingt? Was ein Automobil im Durchschnitt kostet, will man angesichts der Wasserknappheit in den Dürreregionen des Planeten gar nicht wissen. Es sind nach Angaben der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. – abhängig von Größe und Modell – im Durchschnitt 400.000 Liter.

Doch zurück zum 20. Geburtstag der Land- und Lernmarke an der Ruhr. Gefeiert werden soll unter anderem mit dem Eintritt von einem Euro für alle am Weltwassertag der UNESCO. Für den Frühsommer ist ein Familienfest geplant und Mechthild Großmann, die Münsteraner “Tatort”-Staatsanwältin mit der markant tiefen Stimme, wird bei der 2012er Extraschicht mit einer Lesung im „Aquarius“ gastieren. Das komplette Programm ist in Arbeit.

Anzumerken bliebe, dass die meisten Bilder unserer “Aquarius”-Galerie 2009 und 2010 für die Dokumentation der RWE-Aktivitäten im Kulturhauptstadtjahr entstanden sind. Unter anderem für den Band “Kultur elektrisiert“, der im Klartext-Verlag erschienen ist, im Foyer des Wassermuseums ausliegt und als Sammlerstück immer noch im gut sortierten Buchhandel erhältlich ist.

Zwei Dinge noch. Erstens werden Die Seelöwen von Ottmar Hörl nach einer Präsentation in Dortmund bald im Duisburger Zoo zu sehen sein. 5o der schwarzen Multiples sollen dort ihren lebenden Artgenossen als Dauerleihgabe Gesellschaft leisten und den Kindern für ausgiebige Streicheleinhaten zur Verfügung stehen.  Zweitens war die Gelegenheit  günstig, “Aquarius”-Direktor Andreas Macat unsere vier Energie-Fragen zu stellen.

Andreas Macat

Seine Antworten:

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Energie ist für mich zu allererst Lebensenergie. Eine Kraft, die uns antreibt. Die Freude und Wohlbefinden schafft. Energie ist jener Motor, der uns durchs Leben führt. Nicht nur uns Menschen, sondern alles Leben auf unserem Planeten.

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Die Energiewende ist die notwendige Einsicht in die Tatsache, dass fossile Energieträger endlich sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Vorräte an Erdöl, Kohle usw. aufgebraucht sind. Darauf müssen wir uns einstellen. Die Energiewende kann aber kein eindimensionaler Prozess sein, dafür spielen zu viele Faktoren und Wechselbeziehungen ein Rolle. Kreativität ist gefragt.

Wo tanken Sie Energie?
Um Energie zu tanken, gehe ich oft ins Freie. Licht und Sonne geben mir Energie. Ein Spaziergang in der Sonne, eine Wanderung im Bergischen, wo ich lebe, oder am Meer wirken oft Wunder.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Ich kann nicht sagen, dass ich mir für etwas mehr Energie wünsche. Es ist eher ein Frage der Einstellung, der Haltung. Wofür möchte ich meine Energie einsetzen? Wofür lohnt es sich? Für ein bequemeres Sofa oder ein schnelleres Auto? Für die Beziehung zu einem Menschen?  Für mein eigenes Wohl oder das anderer?

 

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Frank Vinken am 13.02.2012 in Allgemeines, Bildung, Kultur

Arm, ärmer, Deutschland

Diese Überschrift hat uns vergangene Woche am meisten bedrückt: „Wo Deutschlands ärmste Kinder wohnen“ titelte der Spiegel online. Das Magazin berief sich auf eine sehr aufschlussreiche Studie der Bertelsmann-Stiftung, wonach in manchen Teilen Deutschlands jedes dritte Kleinkind mit seiner Familie von Hartz IV lebt.

Quelle: "Spiegel Online" vom 1. Februar

Erschreckend waren vor allem die regionalen Unterschiede. Wie zu erwarten sind wieder die sozialen Brennpunkte besonders betroffen: In Berlin wächst über ein Drittel (36,3 Prozent – Zahl von 2010) der Unter-Dreijährigen in einer Hartz-IV-Familie auf. In Gelsenkirchen – einer vom Strukturwandel besonders betroffenen Kommune im Ruhrgebiet – sind es sogar 40,4 Prozent. Ganz anders dagegen die Lage in Bayern und Baden-Württemberg: In den reichen Flächenstaaten im Süden ist laut Bertelsmann-Stiftung  nur eines von zehn Kleinkindern auf die staatliche Stütze angewiesen.

Die Studie dämpft die gute Stimmung, die noch Anfang des Jahres bei den Sozialpolitikern herrschte: Da hatte eine Erhebung der Bundesagentur für Arbeit suggeriert, dass sich die Lage der Unterschicht verbessere: Die Zahl der unter 15-Jährigen in Hartz-IV-Familien sei zwischen 2006 und 2011 um eine Viertelmillion gefallen, so die Sozialforscher. Doch auch hier hatten sich schon regionale Unterschiede gezeigt: Besonders stark sei der Rückgang in Bayern gewesen – dem ohnehin wohlhabendsten Bundesland also.
Andere Institutionen hatten daraufhin bereits vor Euphorie gewarnt: Der Kinderschutzbund etwa wies darauf hin, dass der aktuelle Aufschwung offenbar an der Unterschicht vorbei ginge. Zwar sei die Zahl der Arbeitssuchenden zwischen September 2006 und September 2011 insgesamt um gut ein Drittel zurück gegangen, bei erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfängern jedoch betrug der Rückgang nur 16 Prozent. Heißt: Neue Jobs entstehen, aber die Armen profitieren kaum davon.

Was bedeuten diese Ergebnisse für uns bei der RWE Stiftung? Zunächst: Kinder- und Jugend-Förderung in Deutschland ist und bleibt wichtig. Projekte wie „TAFF“, „Lichtpunkte“ oder „bilnos“, über das wir gerade diese Woche hier im Blog geschrieben haben, helfen, dieses Ungleichgewicht zu mindern. Dass „Lichtpunkte“ einen speziellen Fokus unter anderem auf Berlin setzt, ist absolut richtig und entspricht den realen Nöten hierzulande. Denn Deutschland mag als reich gelten – zahlreiche seiner Einwohner und Kinder sind es sicherlich nicht…

Uns interessiert Ihre Sicht: Sollte sich Kinder- und Jugend-Förderung auf die Brennpunkte fokussieren? Oder benachteiligt das andere Regionen? Und wer steht in Sachen Förderung in der Schuld? Der Staat? Die Wirtschaft? Oder wir alle zusammen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

 

 

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Redaktion am 9.02.2012 in Bildung, Soziales

Energie der Musik

Worein investierst du die meiste Energie und wo tankst du neue, wollten wir kürzlich wissen. Ein Begriff fiel immer wieder: Musik. Sie kostet Energie (wenn der Nachbar sie zu laut hört). In Musik wird Energie investiert (Musikmachen). Und durch Musik tankt man neue Energie. Musik scheint also eine bedeutende Rolle für den eigenen Energiehaushalt zu spielen. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Was aber macht diese Verbindung zwischen Musik und Energie genau aus?

Musik verbraucht elektronische Energie

Schon in Bandnamen wie Kraftwerk oder AC/DC zeigt sich eine Verbindung zwischen Musik und Energie – vorrangig der elektrischen. Im Kraftwerk (auch: Elektrizitätswerk) wird elektrische Energie erzeugt. AC/DC ist die englische Bezeichnung für Gleichstrom/Wechselstrom.

Dass Musik und elektrische Energie eng verbunden sind, steht ohnehin außer Frage. Immerhin verdanken wir es der Elektrizität, dass wir überhaupt Musik „aus der Konserve“ hören können – sei es auf Schallplatte, CD, Audio-Kassette, im Radio oder über den MP3 Player. Ohne elektrische Energie wären all diese medialen Speicher- und Abspielmöglichkeiten nicht denkbar. Ein interessantes Gedankenexperiment: Stellen Sie sich Ihr Leben einmal ohne über elektrische Medien vermittelte Musik vor. Da wird es schnell ganz schön still um uns. Und zum Tanz würde man nicht in die Disco gehen, sondern es spielte die Tanzkapelle auf. Doch selbst Live-Musik ist in vielen Fällen ohne Elektrizität nicht mehr denkbar: Instrumente wie E-Gitarre und Keyboard klingen nur dank elektrischer Energie. Und ein ganzer Typus von Musik würde überhaupt völlig wegfallen ohne elektrische Energie: die elektroakustische Musik (Man erinnere sich nur an den T-Shirt-Spruch der 90er-Jahre „I like Techno unplugged“).

Housemusic?

So macht die Elektrizität sogar die Definition moderner Musik aus:

„Das Element so verstandener ‚moderner Musik’ ist der Strom, die Elektrizität bzw. die Elektronik. Denn alle medialen Entwicklungen – und darunter sind neue Instrumente (z. B. elektronische Orgeln, Synthesizer, …), Effektgeräte (z. B. Verzögerung, Hall, Filter, …) Aufzeichnungs- (z. B. Mikrophone, Tonbandgeräte, …) und Wiedergabegeräte (z. B. Grammophon, CD-Spieler, …) zu zählen – funktionieren mittels elektrischer bzw. elektronischer Prinzipien. Technikgeschichtlich haben diese Geräte oft eine mechanische Anfangsphase, werden dann aber im Lauf des 20. Jahrhunderts elektrisch und gegen Ende dieses Jahrhunderts elektronisch bzw. digital.“ (Christian Schorno)

Ohne Elektrizität wäre unser tägliches Musikerleben also definitiv ein ganz anderes. Ob es aber diese Elektrizität ist, die „The Prodigy“ meinen, wenn sie in ihrem Lied „the heat“ fragen: „Can you feel it, the energy“? Wohl kaum. Das Spannungsfeld von Musik und Energie ist nicht unbedingt bloß ein elektronisches.

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Sarah Meyer-Dietrich am 7.02.2012 in Allgemeines, Kultur

Wo Bildungsförderung auch der Wirtschaft hilft

Bildung – das ist doch Sache der Schulen.

Diese Meinung ist leider noch immer vielerorts in Deutschland vertreten.  Mit dem Ergebnis, dass Bildungsgerechtigkeit vielerorts ein Fremdwort ist, weil schulische Ausbildung nie allen gerecht werden kann und weil das Weiterlernen abseits der Schulbank meist ein Privileg der Oberschicht bleibt. Für die, die sich Nachhilfe leisten können (und wollen) und für die, deren Eltern ein Bewusstsein dafür haben, wie wichtig Lernen ist.

Lerngruppe im Rahmen des bilnos-Programms

Wir wollen hier gewiss nicht für Gleichmacherei eintreten oder Bildung sozialisieren, aber Chancengleichheit ist ein wichtiger Wert in einem demokratischen Land. Ein vorbildliches Beispiel, sie zu fördern, erleben wir zurzeit im Raum Osnabrück. Dort haben sich Anfang 2011 einige Gemeinden zusammengeschlossen, um kostenlose außerschulische Lernförderung anzubieten. Die RWE Stiftung und eine Handvoll anderer Stiftungen unterstützen das bis 2013 laufende Projekt mit dem schönen Kunstnamen „bilnos“ („Bildungs- und Lernberatung im nördlichen Osnabrücker Land“. Die Stiftungen tragen fast zwei Drittel der Gesamtkosten von 260.000 Euro.

bilnos ermöglicht es rund hundert Kindern und Jugendlichen, einmal in der Woche in Kleingruppen Lesen, Schreiben und Rechnen zu üben, um den Anschluss in der Schule zu behalten. Der Fokus liegt auf Kindern, deren Eltern das Geld für private Nachhilfe fehlt und Kindern mit Migrationshintergrund (letzte machen ein Drittel der Förderschüler aus).

bilnos versteht sich dabei als ganzheitlicher Unterstützer der Kinder und Jugendlichen. Daher bietet das Netzwerk auch Fortbildungen für Lehrer an, damit diese als wichtige Bezugspersonen der Schüler sicherer werden im Umgang mit Lernschwachen – ein Thema, das viele Pädagogik-Studiengänge verschämt umgehen. 64 Lehrer aus Grundschulen und Sekundarstufen Eins haben diese Fortbildungen im vergangenen Jahr bereits besucht und sich dabei ganz elementaren Fragen gewidmet: Wie erkenne ich überhaupt ein lernschwaches Kind?  Wie kann Förderung früh genug ansetzen und nicht erst, wenn der Rückstand offenkundig wird? Wie gebe ich benachteiligten Kindern Selbstvertrauen?

Das Programm (mehr Infos gibt es hier) kommt bei Kindern und Lehrern sehr gut an – und auch bei den Eltern, die bilnos selbstverständlich mit ins im Boot holt (und damit einen ähnlichen Weg geht wie unsere anderen  Förderprogramme)  Die Fehlzeiten sind – trotz Freiwilligkeit und Kostenfreiheit – gering. Im Februar laufen sogar vier neue Fördergruppen an  – bilnos wächst!


Bildungsgerechtigkeit ist dabei das eine Ziel der Initiative. Das andere lautet, einen qualifizierten Nachwuchs auszubilden angesichts des absehbaren Fachkräftemangels, den der demografische Wandel in Deutschland mit sich bringt. Ein vorbildliches Beispiel also, wie Bildungs- und Wirtschaftsförderung Hand in Hand gehen.

 

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Redaktion am 6.02.2012 in Bildung

Gibt’s es tatsächlich kein „Entweder… oder…“ in der kulturellen Landschaft des Ruhrgebietes?

Ein Gastbeitrag von Thomas Kuta 

Auf dem Neujahrsempfang im Museum Bochum am 25. Januar 2012 wurde die erfreuliche Nachricht verkündet: das Kunstmuseum Bochum  muss sich nicht der kommunalen Denkhypothese beugen, eine Schließung des Hauses könne das Finanzloch der Stadt Bochum stopfen. Dieser Gedanke war tatsächlich absurd, denn eine Schließung des Museums hätte in der Tat nur den Tropfen auf dem heißen Stein bedeutet – und selbst dann! Natürlich hat dieses Vorgehen Strategie: das erstmalige Formulieren eines solchen Spargedankens erzeugt eine Dramatik, dem Zorn und Widerstand aus der allgemeinen Kulturlandschaft, aus der Politik, aus der Wirtschaft und aus der Bevölkerung entgegenwirken. Je häufiger allerdings  solche Vorschläge gemacht werden, desto „normaler“ werden diese Ideen im Bewusstsein der Menschen. Daher: aufgepasst und kritisch bleiben!

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Daniela Berglehn am 3.02.2012 in Allgemeines, Kultur

Wirtschaft und Energie – zwei Bildungslücken an unseren Schulen

Eine Frage an Sie: Was das ist?

New Economy, Dot.com-Aktien, Börsenhype.
***
Euro-Pleite, Rettungsschirm, Banken-Krise.

Diese zwei mal drei Begriffe sind die Schlagworte, unter denen viele von uns das ökonomische Geschehen in den Jahren 2001 beziehungsweise 2011 subsumieren. Ein Jahrzehnt liegt nur dazwischen. Geblieben vom Aktienboom zur Jahrtausendwende und dem anschließenden Niedergang sind aber nur ein paar wenige Kernbegriffe (die zudem noch viel zu kurz greifen). Werden wir in zehn Jahren von der aktuellen Misslage auch nur noch drei Schlagworte im Kopf haben?

Folgt man dem, was Autorin Lisa Becker gestern in der „FAZ“ geschrieben hat, ist das zu befürchten: „Wer wenig weiß, muss viel glauben“ heißt ihr Kommentar zu wirtschaftlicher Bildung in der Schule. Ökonomie sei dort jahrzehntelang vernachlässigt worden und wenn, dann nur von Lehrern unterrichtet worden, deren Wirtschaftswissen sehr überschaubar sei. „Diese Situation ist nicht hinnehmbar (…). Wirtschaft muss an den allgemeinbildenden Schulen ein verpflichtendes Fach werden, das von gut ausgebildeten Lehrern unterrichtet wird“, schreibt Becker. Es gehe um die Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgern, gerade mit Blick auf politische Entscheidungsfähigkeit. Denn Politik sei in den vergangenen Jahren hauptsächlich Wirtschaftspolitik gewesen: „Doch wie will sich ein Bürger, der kaum etwas von Wirtschaft versteht, zu weitreichenden, auch ihn betreffenden Entscheidungen, die derzeit getroffen werden – zum Beispiel zum Umfang des dauerhaften Krisenfonds ESM (…) -, positionieren, wenn er die Grundzüge der Finanz- und Geldpolitik nicht kennt?“

Wieso wir das Thema hier im Blog aufgreifen? Weil wir bei Energie-Bildung, die ja eines unserer wichtigen Anliegen ist, ein ähnliches Dilemma sehen: Erste Ergebnisse der Energiebildungsstudie , die das Leibniz-Institut  für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik (IPN)  zurzeit für unsere Stiftung durchführt, deuten darauf hin: Schüler setzen sich mit entscheidenden Energiefragen, die die Welt zurzeit umtreiben, kaum auseinander. Und zwar, weil sie die Themen in der Schule nicht umfänglich vermittelt bekommen. „Wer wenig weiß, muss viel glauben“ gilt insofern auch in hier: Wer sich mit dem Wandel hin zu regenerativen Energien, mit Fragen moderner Mobilität oder mit den Pros und Contras konventioneller Kraftwerke nicht auskennt, dem fehlt ein essentieller Teil moderner Bildung.

Entscheidend ist dabei allerdings, dass Energie nicht nur unter naturwissenschaftlich-technischen Aspekten vermittelt wird, sondern auch Einzug hält in den Ethik-, Erdkunde-, Politik-, sowie (sofern vorhanden) in den Wirtschaftsunterricht.

Im Forum der FAZ hat sich derweil eine kritische Bildungs-Diskussion entspannt: „Eher wird den Schülern heute eingeredet, die Wirtschaft sei schlecht und böse“, kritisiert ein Leser. Und ein anderer fordert: „Wirtschaftsunterricht sollte mehr, als “BWL-light” sein“. Es fehle „Schülern wie Lehrern (!) meist schon am Vorstellungsvermögen darüber, wie sich die wirtschaftliche Realität eines Handwerkers oder Kaufmanns darstellt.“

Unsere Frage an Sie analog dazu hier im Blog: Wie stehen Sie zum Thema Energie? Sollten sich Kinder und Jugendlichen intensiver damit auseinander setzen? Braucht es Energiebildung gar als Schulfach? Oder ist die Bildungslücke lässlich oder aber die Fragestellungen für Schüler vielleicht sogar zu komplex? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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Redaktion am 1.02.2012 in Allgemeines, Bildung

Insel-Hopping der anderen Art

Heute geht es los: Lukas Marxt (28), der aktuelle Stipendiat unseres „Artist in Residence“-Programms VISIT, startet in sein spektakuläres Projekt. Der Medienkünstler wird die nächsten zehn Tage auf einer Bohrinsel verbringen und die Atmosphäre auf dem Koloss in der Nordsee in Ton und Video festhalten. Betreiber der Plattform ist Statoil, die RWE Dea ist hier beteiligt. Vor dem Abflug haben wir ihn rasch noch zum Interview gebeten:

Herr Marxt, alle Koffer gepackt?
LUKAS MARXT: Ich darf leider ja nur 20 Kilo einpacken. Und allein die 16-Millimeter-Bolex-Kamera wiegt vier, fünf Kilo…

Lukas Marxt, Medienkünstler & Bohrinsel-Besucher

Da kennen wir aus dem Elektroladen aber leichtere Modelle…
Stimmt, eine normale Canon C60 hab ich ja auch dabei. Aber es gibt Bereiche auf einer Bohrinsel, in die darf man wegen der Explosionsgefahr keine Elektronik mit hinein nehmen. Die Bolex stammt noch aus den 1970ern und mit funktioniert rein mechanisch mit Federzug.
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Redaktion am 30.01.2012 in Allgemeines, Kultur