Wir finden, dass zur Diskussion über Energie-Bildung, Erziehung und Kultur in Krisenzeiten auch die vom RWE geförderten Museen „Strom und Leben“ im Umspannwerk Recklinghausen, das Haus Ruhrnatur und das Wassermuseum „Aquarius“ in Mülheim gehören. Der „Aquarius“ feiert in diesem Jahr den 20. Geburtstag. Betrieben wird das 50 Meter hohe Baudenkmal von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft, RWW, die im laufenden Jahr ebenfalls Grund zum Feiern hat. Die RWE-Tochter wird 100.
Für zahlreiche Schulen des Ruhrgebiets gehört der „Aquarius“ seit Jahren zum festen Projekt- und Exkursionsprogramm. Die Besucherzahlen sind auf hohem Niveau stabil. Nach 48.000 Gästen im Kulturhauptstadtjahr 2010 waren es 2011 rund 40.000, die sich mit einer persönlichen Chipkarte durch die interaktiven Module der 30 Erlebnis-Stationen auf 14 Ebenen durch die Welt des Wassers geforscht haben. Vom virtuellen Labor-Experiment bis zur Steuerung eines komplettes Wasserwerks in der realistisch nachgebauten Leitwarte.
Das museumspädagogische Programm des „Aquarius“-Teams reicht vom 3. bis zum 10. Schuljahr. Mit Klemmbrett, Stift und Wissensdurst folgen die jüngsten Besucher in kleinen Gruppen den Spuren des Froschkönigs durch das Wasser-Zeichen an der Ruhr. Für ältere Jahrgänge und erwachsene Besucher wird seit 2010 die Sonderausstellung zum aktuellen Thema „Virtuelles Wasser“ präsentiert. Wie viel Wasser wird tatsächlich und weltweit für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel und Konsumgüter verbraucht? Was kostet der Biss in den Burger wirklich, wenn zur Erzeugung einer einzigen Tomate bereits rund 13 Liter Wasser nötig sind und 1 Kilogramm Rindfleisch von der Geburt des Tieres bis zum Fast-Food-Grill rund 15.500 Liter Wasser verschlingt? Was ein Automobil im Durchschnitt kostet, will man angesichts der Wasserknappheit in den Dürreregionen des Planeten gar nicht wissen. Es sind nach Angaben der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. – abhängig von Größe und Modell – im Durchschnitt 400.000 Liter.
Doch zurück zum 20. Geburtstag der Land- und Lernmarke an der Ruhr. Gefeiert werden soll unter anderem mit dem Eintritt von einem Euro für alle am Weltwassertag der UNESCO. Für den Frühsommer ist ein Familienfest geplant und Mechthild Großmann, die Münsteraner “Tatort”-Staatsanwältin mit der markant tiefen Stimme, wird bei der 2012er Extraschicht mit einer Lesung im „Aquarius“ gastieren. Das komplette Programm ist in Arbeit.
Anzumerken bliebe, dass die meisten Bilder unserer “Aquarius”-Galerie 2009 und 2010 für die Dokumentation der RWE-Aktivitäten im Kulturhauptstadtjahr entstanden sind. Unter anderem für den Band “Kultur elektrisiert“, der im Klartext-Verlag erschienen ist, im Foyer des Wassermuseums ausliegt und als Sammlerstück immer noch im gut sortierten Buchhandel erhältlich ist.
Zwei Dinge noch. Erstens werden Die Seelöwen von Ottmar Hörl nach einer Präsentation in Dortmund bald im Duisburger Zoo zu sehen sein. 5o der schwarzen Multiples sollen dort ihren lebenden Artgenossen als Dauerleihgabe Gesellschaft leisten und den Kindern für ausgiebige Streicheleinhaten zur Verfügung stehen. Zweitens war die Gelegenheit günstig, “Aquarius”-Direktor Andreas Macat unsere vier Energie-Fragen zu stellen.

- Andreas Macat
Seine Antworten:
Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Energie ist für mich zu allererst Lebensenergie. Eine Kraft, die uns antreibt. Die Freude und Wohlbefinden schafft. Energie ist jener Motor, der uns durchs Leben führt. Nicht nur uns Menschen, sondern alles Leben auf unserem Planeten.
Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Die Energiewende ist die notwendige Einsicht in die Tatsache, dass fossile Energieträger endlich sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Vorräte an Erdöl, Kohle usw. aufgebraucht sind. Darauf müssen wir uns einstellen. Die Energiewende kann aber kein eindimensionaler Prozess sein, dafür spielen zu viele Faktoren und Wechselbeziehungen ein Rolle. Kreativität ist gefragt.
Wo tanken Sie Energie?
Um Energie zu tanken, gehe ich oft ins Freie. Licht und Sonne geben mir Energie. Ein Spaziergang in der Sonne, eine Wanderung im Bergischen, wo ich lebe, oder am Meer wirken oft Wunder.
Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Ich kann nicht sagen, dass ich mir für etwas mehr Energie wünsche. Es ist eher ein Frage der Einstellung, der Haltung. Wofür möchte ich meine Energie einsetzen? Wofür lohnt es sich? Für ein bequemeres Sofa oder ein schnelleres Auto? Für die Beziehung zu einem Menschen? Für mein eigenes Wohl oder das anderer?