Ein offener Brief gegen die Ohnmacht -
Update Nr. 1 aus Bochum
Vielleicht sollte man nach den heftigen Reaktionen auf die Pläne einer möglichen Schließung des Museums Bochum nicht ohne ein kurzes update zur Tagesordnung übergehen. Die deutlichen Worte der beiden Sprecher der RuhrKunstMuseen, Hartwig Fischer (Museum Folkwang) und Kurt Wettengel (Museum Ostwall im U) haben eine laute bundesweite Resonanz erzeugt und das wird in den kommenden Wochen und Monaten wohl auch noch lauter werden. Zudem erlebten die Besucher beim Neujahrsempfang des Bochumer Museums am Donnerstagabend auch noch einen dramatischen Augenblick, als Hans Günter Golinski am Mikrofon im großen Saal just in dem Augenblick alle Kräfte verließen, als er die Solidaritätsadressen der Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz und Kulturdezernent Michael Townsend übermittelte.
Es war wohl alles ein wenig viel, aber am Ende wohl tatsächlich nur ein Schwächeanfall. Nach einem langen Tag, mit der Präsentation des 2012er Jahresprogramms vor der Brust und der Pressekonferenz am Vormittag in Essen auf den Schultern. Da hatten fast alle der nachfragenden Journalisten nur Zahlen von ihm haben wollen. Zahlen von einem, der den Inhalt von Köpfen zu seinem Lebenswerk gemacht hat und nicht deren rentabilitöse Anzahl für Modellrechnungen, wieviel Besucher es denn noch sein mögen bis zum nächsten Einsparplan.
Folgendes Thumnail braucht nun dringend einen Mausklick, denn es zeigt die Mitarbeiter des Bochumer Hauses am Donnerstag mit ihrem Direktor. Hier ausnahmsweise als Galerievorschaubild und ausnahmsweise nur ein einziges, aber dafür wird es größer. Ganz sicher.
Sicher ist sich allerdings auch der Bochumer Aktions- und Installationskünstler Jochem Ahmann in seinem Urteil zur Bochumer Kulturdebatte. Fest mit Arbeiten und Aussagen in der Ruhrgebietsszene verwurzelt und dementsprechend erdig hat er seine – für gewöhnlich tragende – Stimme in einem offenen Brief erhoben. Und als dessen Vorstandsmitglied bezieht Ahmann auch für den Deutschen Werkbund Nordrhein-Westfalen Position, wenn er schreibt:
“Es wird immer offensichtlicher, dass anscheinend manche Entscheidungsträger der Stadt Bochum ein gespaltenes Verhältnis zur Kunst haben. Ist “ dort oben “ eigentlich niemandem bewusst, welch’ verheerende Schäden in der landes – nein weltweiten Außendarstellung der Stadt Bochum schon allein durch die angedachte Schließung des Kunstmuseums und einen Ausverkauf seiner bedeutenden Sammlung angerichtet werden? Das Echo auf die Kunstzerstörung im letzten Jahr war schon vernichtend. Nun zeigt es sich, es gibt tatsächlich noch eine Steigerung dieses andauernden Barbarentums. Der Deutsche Werkbund NW fordert mehr Sensibilität im Umgang mit der Kunst!”
Frühe Berichte zum Thema finden Sie unter den Links zum Portal derwesten.de, zu den Ruhrnachrichten (Kultur- und Lokalteil). Das Tema aufgegriffen haben unter anderem auch wechselausstellungen.de, die RP-online, Radio Bochum, coolibri und der Deutschlandfunk auf dradio.de.
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Frank Vinken am Januar 27th 2012 in Allgemeines, Kultur