Das Energie-Interview mit Joey Kelly
“Sport ist die Quelle, aus der ich Energie tanke”
Als erster Mensch hat er in einem Jahr acht Ironman absolviert, ist also achtmal am Stück 3,86 Kilometer geschwommen, 180,2 Kilometer geradelt und dann 42,195 Kilometer gelaufen. Er ist zu Fuß in 17 Tagen und 23 Stunden von Wilhelmshaven bis zur Zugspitze und in zehn Tagen quer durch die Antarktis zum Südpol gelaufen. Er hat 44 Marathons und 31 Ultra-Marathons gefinisht, mehr als 10 Wüsten-Ultra-Läufe überstanden und 3-mal beim „Race Across America“ die USA auf dem Rad durchquert. Wenn Joey Kelly über Energie redet, dann weiß der 39-Jährige, wovon er spricht.
Herr Kelly, welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Ohne Energie ist alles nichts. Energie ist Gesundheit, Energie ist Leben.
Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Ich bin kein Experte für das Thema Atomenergie. Grundsätzlich denke ich aber, dass wir weniger autofahren und mehr zu Fuß gehen sollten. Das wäre fürs Klima besser.
Wo tanken Sie Energie?
Man braucht Energie für den Körper und für den Geist. Damit mein Körper genug Energie hat, esse ich viel. Ich trainiere gerade für einen Ultralauf über den Baikalsee in Sibirien. Aufgrund der Länge und der Kälte braucht der Körper eine Unmenge an Energie. Deshalb ist es ganz ratsam, mit vier bis sechs Kilogramm Körpergewicht mehr als sonst an den Start zu gehen. Als ich mit Markus Lanz zum Südpol gelaufen bin, haben wir in der Vorbereitungsphase bewusst sogar bis zu acht Kilo zugenommen, was gar nicht so einfach war. Auch im letzten Jahr, als ich von Wilhelmshafen zur Zugspitze gelaufen bin und mich nur von Dingen ernährt habe, die ich auf dem Weg gefunden hatte, hatte ich mir in der Vorbereitungsphase ein paar Kilos angegessen.
Energie für den Geist bekomme ich über meinen Sport. Der Sport ist die Quelle, aus der ich Energie tanke. Natürlich fordert dieser Ultrasport auch Kraft und Disziplin. Ohne Disziplin kann man nicht trainieren. Und ohne Training schafft man diese Distanzen nicht.
Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Eigentlich habe ich genug Energie, aber schön wäre es, wenn der Tag länger wäre. Aber das gibt es nur am Südpol im Sommer. Da kreist die Sonne über einen und geht nie unter. Da ist es 24 Stunden hell und man kann sich eigentlich aussuchen, ob der Tag für einen 24 Stunden lang sein soll oder 30 oder noch länger. Aber wie gesagt: Ich habe genug Energie und bin sehr zufrieden mit meinem Leben. Ich mache das alles freiwillig. Und es macht mir sehr, sehr viel Spaß.
Webseite: www.joeykelly.de
Foto: Frank Vinken | dwb
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Redaktion am Februar 20th 2012 in Allgemeines, Kultur
