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Energiefragebogen – heute mit Markus Ambach

“Lebenselixier, Lebenskraft – daran denke ich beim Begriff Energie”

Markus Ambach ist der kreative Kopf hinter “B1/A40 – Die Schönheit der großen Straße“. Ein Leitmotiv des derzeit im Ruhrgebiet zu bewundernden Kunstprojektes ist die Energie – ein guter Grund für uns, Ambach unseren Energiefragebogen vorzulegen.

Markus Ambach beim Auftakt seines aktuellen Projektes A40 - in der Hand ein passendes Andenken. Irgendwie geht's im Leben ja immer um die Wurst...

Markus Ambach beim Auftakt seines aktuellen Projektes A40 – in der Hand ein passendes Andenken. Irgendwie geht’s im Leben ja immer um die Wurst… Fotos: Frank Vinken | dwb

Herr Ambach, welche spontanen Assoziationen haben Sie beim Begriff Energie?

MARKUS AMBACH: Ich denke an produktive Energie, im Sinne von neuem Denken, von geistiger Energie, die grundlegend ist für künstlerische Projekte. Kunst bedeutet für mich vor allem Pionierarbeit, ich arbeite an den Rändern der Kunst, dort, wo sie mit anderen Bereichen zusammentrifft. Mit Architektur, mit Stadtplanung, mit öffentlichem Raum. Da braucht man viel Energie, viel Vorstellungskraft, um Sachen zu denken, die noch nicht gedacht worden sind.

Bei mir geht es meist darum, wie sich Kunst mit Alltagskultur verbindet, wie sie sich an die Menschen vor Ort richtet und sie auch erreicht. Da entstehen ganz andere kommunikative Prozesse, als wenn ich beispielsweise Kunst im Museum betrachte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin ein großer Museums-Fan. Aber ins Museum zu gehen, ist für manchen eine hohe intellektuelle Schwelle. Im Alltag spontan auf ein Kunstwerk zu treffen, ermöglicht hingegen oft ganz einfache Begegnungen.

 

"Projekte in dieser Qualität zu erdenken, erfordert  eine Menge Energie." Sagt Markus Ambach über A40-Künstler Pablo Wendel

“Projekte in dieser Qualität zu erdenken, erfordert eine Menge Energie.” Sagt Markus Ambach über A40-Künstler Pablo Wendel

Ich denke an Pablo Wendel, und seine Kunststrom-Skulpturen an der A40. Wer die zufällig sieht, versteht sie im ersten Moment vielleicht gar nicht als Kunst. Sondern als etwas, was er aus dem Alltag kennt. An Windräder eben. Erst ein wenig später wird klar, was es wirklich ist. Diese Art der Begegnung baut Berührungsängste ab. Projekte in so einer Qualität zu erdenken, erfordert allerdings tatsächlich eine Menge Energie.

Was verbinden Sie mit der Energiewende?

Ich komme ja aus der Generation, in der sich die Grünen gegründet haben. Insofern ist die Zukunft der Energie für mich ein Dauerthema. Die Energiewende ist generell sicherlich richtig und wichtig, zumal Alternativen wie Atom ja keine Option sind. Wie sie allerdings ausgeführt wird, darüber muss man reden.

Wo tanken Sie Energie? 

Im Dialog mit den Künstlern, mit denen ich arbeite. Das ist zwar manchmal anstrengend und herausfordernd, aber es gibt mir auch sehr, sehr viel. Und dann natürlich in meiner Freizeit – am liebsten draußen in der Natur beim Wandern oder Klettern. Einmal bin ich zum Beispiel von Nord nach Süd über die Dolomiten gelaufen – die 14 Tage waren einer der besten Energiespender in meinem Leben. Bis auf 3200 Meter bin ich hoch. Ganz weit weg von der Kunst. Bewegung, alleine sein, die unglaubliche Landschaft – das war perfekt, um abzuschalten.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?

Für alles! Die vorhandene Energie reicht eigentlich nie, um all das zu realisieren, was ich beruflich anfange. Noch mehr aber würde ich mir wünschen, dass manche Dinge weniger Energie brauchten – beispielsweise für tägliche Bürokratie. Rein ökonomisch betrachtet, wäre das die effizientere Lösung.

Musterbeispiel für Kunst im öffentlichen Raum. Pablo Wendels Projekt "Kunststrom" an der A40 in Dortmund

Musterbeispiel für Kunst im öffentlichen Raum. Pablo Wendels Projekt “Kunststrom” an der A40 in Dortmund

Zur Person:

Markus Ambach ist Kurator des derzeit laufenden Projektes “B1/A40 – Die Schönheit der großen Straße” mit verschiedenen Kunst-Installationen, entlang der Hauptverkehrsader des Ruhrgebietes. Ambach, selbst Künstler und Initiator zahlreicher Projekte im öffentlichen Raum, lebt und arbeitet in Düsseldorf.

 

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