der Blog mit Energie


„Plastic Relations“ auf hohem Niveau!

Wenn in Dortmund Heimspiel ist, weht dort ein ganz besonderer Wind. Das gilt auch für die Galerie im Foyer des RWE Towers. Dort begegnen sich ab morgen zwei Künstler, die nicht nach Hamburg, London, Berlin gegangen sind, um international erfolgreich zu werden. Mark Gmehling und Wolfgang Krell kennen und schätzen sich seit Jahren. Für ihre aktuelle Schau im RWE Tower sind die beiden eine sehenswerte Kunst-Beziehung eingegangen. „Plastic Relations“ (der Titel) auf hohem Niveau!

Bild 1 von 7

Marc Gmehling (l.)und Wolfgang Krell mit Selbstportraits beim Aufbau ihrer „Plastic Relations“ im Dortmunder RWE Tower. Fotos: Frank Vinken | dwb

Großformatige Handfeuerwaffen…

Der studierte (Kunst-)Erzieher Krell sprüht und malt als Spezialist für harte Fälle seit 30 Jahren an seiner „street und art credibility“. Er ist in der Szene alles, was man dort werden kann, war unter anderem Galerist in Basel, hat Graffiti-Präventivworkshops für regionale Jugendämter entwickelt, aber auch die Firmenzentrale von Osram in China ausgemalt.

Seine großformatig-getaggten Handfeuerwaffen heißen „Meinungsverstärker“ oder „Wummenizer“, sind kritische Stellungnahme und provokante Verschönlichung zugleich. Krell legt sich ungern fest und genießt die Unabhängigkeit des scharfen Beobachters, der sich „schon immer“ herausgenommen hat, dagegen zu sein, wenn alle anderen dafür sind.

„Für mich war er der Held“, gesteht denn auch der jüngere Kollege Mark Gmehling, der seine Karriere ebenfalls als Graffiteur in Dortmund begann und mit der steigenden internationalen Nachfrage ganz selbstbewusst nicht ins hippe London umgezogen ist. Seine Freunde dort sind zwar höchst erfolgreich, „leben wegen der unbezahlbaren Mieten für Büros und Ateliers aber immer noch wie die Studenten“.

…und total berechnete Monster-Tubbies

Als 3-D-Modellierer braucht Gmehling ohnehin nur eine dicke Standleitung ins Netz für den Rechner, um Illustrationen an Abnehmer rund um den Globus zu verteilen. Er sprayt zwar auch noch, hat mit seinen gesichtslos-glänzenden Monster-Tubbies das Malerische allerdings längst verlassen. Gmehlings Kunstfiguren sind total berechnet und immer dann auch sehr drastisch, wenn er sie vielarmig in endlose Kreisläufe zwingt, die irgendwie schrecklich an das richtige Leben erinnern. Dabei schrammt Mark Gmehling mit seinen mehrarmig maskierten Comicfiguren ziemlich knapp am Rand des Dekorativen vorbei. Aber womöglich ist das ebenso so hyperglatt kalkuliert wie der schöne Schein von Wolfgang Krells kleiner Waffengewalt zwischendurch. Vielleicht ist ja auch die Nähe von „Plastic“ zu „Public Relations“ kein Zufall.

Aber sehen Sie  selbst. Die erste Gelegenheit dazu gibt es bei der Eröffnung heute Abend ab 19 Uhr in der Dortmunder Foyer-Galerie am Freistuhl. Dort wird dann auch das großformatige Titel-Bild der beiden hängen. Ein feines Stückchen Video vom Aufbau der „Plastic Relations“ gibt es im Blog von Mark Gmehling.

Der Eintritt heute und in die bis 24. Oktober laufende Ausstellung ist frei.

Getagged mit: , , , , ,
Veröffentlicht unter Kultur
MEHR ÜBER DIE innogy STIFTUNG AUF