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„Das beste Spielmobil aller Zeiten“

Die von der RWE Stiftung geförderte Ausstellung „Planet B “ sieht die Zukunft als Raum für Utopien. Im Düsseldorfer NRW Forum können Künstler in einer als Rakete gestalteten Forschungsstation verschiedene Konzepte ausprobieren. Die Besucher sind eingeladen, mitzumachen. Nach dem Interview mit Alain Bieber haben wir jetzt auch mit Kuratorin Joanna Szlauderbach gesprochen:

Kuratorin Joanna Szlauderbach vor der Rakete, die die Forschungsstation der Künstler ist. Foto: Frank Vinken | dwb

Joanna Szlauderbach vor dem Höhepunkt der Ausstellung, der Rakete. Foto: Frank Vinken | dwb

Frau Szlauderbach, wie ist Planet B angelaufen?
JOANNA SZLAUDERBACH: Zur Eröffnung von Planet B sind mehr als 800 Besucher ins NRW-Forum Düsseldorf gekommen! Es war ein wunderbarer Abend mit vielen guten Ideen, durchdringender Musik und einer schönen, lebendigen Stimmung, die bis in die Substanz des Gebäudes drang. Wenn auch das Ausstellungskonzept von Planet B für manche Stammbesucher des NRW-Forums möglicherweise ungewohnt ist, so fallen die Reaktionen doch sehr positiv aus.

Wie kommt das Konzept der Rakete an?
Wie erwartet, bei verschiedenen Besuchergruppen sehr unterschiedlich. Beim jungen Publikum scheint sie das beste Spielmobil aller Zeiten zu sein, die Erfüllung der kühnsten Abenteuerträume. Die meisten Kinder und Jugendlichen in der Ausstellung laufen sofort ins Cockpit und fangen an zu spielen.
Erwachsene Besucher sind zunächst zurückhaltender, betrachten die Rakete unter Kunstaspekten, begeistern sich aber für die architektonischen und bildhauerischen Besonderheiten des Objekts. Es gibt jedoch auch Besucher, die die Arbeitsumgebung der Ausstellung schnell annehmen und offen auf die in der Rakete forschenden Künstler zugehen. Genau diese auf den ersten Blick nicht eindeutige Eigenschaft der Ausstellungselemente auf Planet B lässt eine dynamische Atmosphäre entstehen und führt die Besucher in den Prozess des Hinterfragens. Die Rakete, eine Mischung aus künstlichem Raum und Citizen Lab, hat sich auf jeden Fall schon sehr gut bewährt.

„Die Künstler fühlen sich als Planet-Bewohner“

Und wie empfinden die Künstler das Leben in der Forschungsstation?
Von der ersten Künstlergruppe weiß ich, dass es für sie eine einmalige und außergewöhnliche Erfahrung war, eine Kunstinstitution zu bewohnen, die inneren und äußeren Systeme dieser zu hinterfragen und zu hacken. Im gleichen Zuge konnten sie erfahren, was es bedeutet, in einer völlig künstlichen Umgebung zu leben und das Leben in dieser Umgebung selbst zu erschaffen. So weitgehend, dass die Künstler der ersten Forschungsgruppe sagen, dass sie sich selbst bei Spaziergängen im Park oder in der Stadt als Planet-Bewohner fühlten und es wohl für immer bleiben werden.

Der Wohn- und Forschungsort für die teilnehmenden Künstler: die Rakete. Foto: Frank Vinken | dwb

Die Rakete ist der Wohn- und Forschungsort für die teilnehmenden Künstler. Foto: Frank Vinken | dwb

Die ganze Ausstellung ist ja sehr stark auf Interaktion ausgerichtet – machen die Besucher mit?
Ich war fast täglich in der Ausstellung und habe die Künstlergruppe begleitet. Auf diese Weise hatte ich die Möglichkeit, die Reaktionen und das Verhalten der Besucher zu beobachten.Wie schon erwähnt, reagiert jeder Besucher anders. Diejenigen, die an den Workshops teilnehmen, sind aktiv und leidenschaftlich dabei. Oft haben sie einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz. Besucher, die zufällig, im Rahmen des Ausstellungsbesuchs, zu den Workshops stoßen, bringen ihre persönlichen Geschichten mit ein. Auf Planet B wird viel geredet, man tauscht sich aus, teilt Rezepte und erzählt von familiären Wurzeln und Essensritualen.

Und was sind Ihre persönlichen persönlichen Highlights der Ausstellung?
Die Antwort darauf und einiges mehr lesen Sie im zweiten Teil des Interviews, der in den nächsten Tagen erscheinen wird.

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