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„Jeder kann so viel einbringen, wie er möchte.“

Die von unser Stiftung geförderte Ausstellung „Planet B“ in Düsseldorf ist sehr erfolgreich angelaufen – ein guter Anlass für ein Gespräch mit Kuratorin Joanna Szlauderbach. Im ersten Teil des Interviews ging es um die Reaktionen der Besucher. Jetzt wollen wir wissen, was die Ausstellung aus ihrer Sicht besonders macht:

Joanna Szlauderbach, hier im Gespräch mit VISIT-Künstler Merlin Baum. Foto: Frank Vinken | dwb

Joanna Szlauderbach, hier mit VISIT-Künstler Merlin Baum bei “Planet B”. Foto: Frank Vinken | dwb

Frau Szlauderbach, Ausstellungen wie Planet B sind ja nicht unbedingt leichte Kost – wie schaffen Sie es, die Besucher nicht zu überfordern?
JOANNA SZLAUDERBACH: Ausstellungen wie Planet B sprechen Besucher auf einer anderen Ebene an als die klassischen Angebote, die eher kontemplative Rezeption ermöglichen. Auf Planet B gibt es mehr gestalterische Spielräume. Voraussetzung für eine aktive Teilnahme ist ein generelles Interesse an Zukunftsfragen, an der Ausformulierung von Ideen für eine neue, eine andere Welt. Diese Fragen sind jedoch niemandem fremd. Wer neugierig durchs Leben geht, wird auf Planet B schnell abgeholt und kann sich entspannt einbringen. Das Gute auf Planet B ist, dass jeder soviel von sich einbringen darf, wie er möchte. Es gibt keine Zwänge, die zur aktiven Beteiligung verpflichten, keine „Mitmach-Fallen“. Planet B ist ein Forum, man kann zuhören, aber auch mitreden und mit gestalten.

Was waren bisher Ihre persönlichen Highlights – und warum?
Es gab einen sehr schönen Kreislauf innerhalb des NRW-Forums: Bereits aus der Konsumkette aussortierte Bananen, die im Supermarkt auf Grund von wenigen braunen Stellen keine Käufer finden, wurden im Rahmen der Sustainica-Messe für Nachhaltigkeit zu Bananenbrot verarbeitet. Nach der Messe jedoch blieben noch sehr viele Bananen übrig. Diese wurden von den Food Hacking-Forschern abgeholt, an sämtliche Organe im Haus verteilt, an Besucher ausgegeben und zum Schluss wurde der Bananenberg zu einem köstlichen Bananenbier verarbeitet und die Schalen zu Bananenessig. Bevor die Künstler auf Planet B landeten, dachte niemand daran Bananenbier zu brauen.

„Wir müssen vielfältiges Wissen besser nutzen“

Und was kann man daraus lernen?
Umstände führen oft zu kreativen Lösungen und befördern den Ideenreichtum. Ich finde den Ansatz richtig und großartig, dass es keine Abfälle gibt und aus Allem etwas Neues entstehen kann. Auf diese Weise wird der eigene Horizont erweitert und das Leben bereichert. Das Internet als Informationsquelle erleichtert den Zugriff auf vielfältiges Wissen- dieses müssten wir viel mehr nutzen.

Bunt geht's zu auf dem Planet B: die Rauminstallation „UUUUU(topia)“ von und mit der Compagnie des Choreographen Ben J. Riepe im NRW-Forum Düsseldorf

Bunt geht’s zu auf dem Planet B: die Rauminstallation „UUUUU(topia)“ von und mit der Compagnie
des Choreographen Ben J. Riepe im NRW-Forum Düsseldorf

Insgesamt ist das Feld der Künstler ja sehr breit – wie kam die Auswahl zustande?
Bei der Auswahl haben wir darauf geachtet, Künstler einzuladen, die in ihren künstlerischen Praxis Zukunftsfragen ansprechen und bearbeiten. Künstler, die mit ihren thematischen Positionierungen möglichst viele Facetten einer neuen Welt erforschen und hinterfragen. Es war uns auch wichtig, dass sich die Künstler einerseits gut ergänzen und andererseits so gut harmonieren, dass sie das Zusammenleben in der Forschungsstation meistern können.

Auf welche Künstler freuen Sie sich in den nächsten Wochen besonders?
Natürlich auf Alle! Jedes Team ist anders, jedes Team ist speziell und jede Gruppe garantiert großartige Begegnungen, Inspiration und Überraschungen. Es lohnt sich einen Blick in das Programmheft zu werfen, das wir zusammengestellt haben. Dort findet man Workshops und Aktionen, an denen man teilnehmen kann.

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Mehr zur Ausstellung lesen Sie bei uns auf der Website.

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