Lichtgestalten im Revier

Markus Lüpertz im Osthaus Museum Hagen, Heinz Mack im Museum Ostwall im Dortmunder U. Zwei Künstler der alten Schule werden mit großen Ausstellungen im Revier geehrt. Und diese “alte Schule” erscheint jünger und dynamischer denn je.

Bereits mit der Retrospektive “Im göttlichen Licht“, die im letzten Jahr in Den Haag zu sehen war, stellte Malerfürst Lüpertz unter Beweis, dass seine Bilder noch immer vor Kraft strotzen. Teile dieser Ausstellung – ergänzt um neue Arbeiten – hat nun Tayfun Belgin unter dem Titel “Der gemalte Horinzont” ins Osthaus Museum nach Hagen geholt.

 

Von Den Haag nach Hagen: Markus Lüpertz Retrospektive (Foto: Frank Vinken)

 

Mittlerweile umfasst Lüpertz’ Werk wohl mehr als 15.000 Arbeiten: Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Bühnendekorationen, Kostüme, Gedichte, sogar Kirchenfenster – doch aufhören? Für ihn undenkbar.  Sein Kosmos wächst weiter und seine Werke finden Anerkennung im In- und Ausland. Vielleicht gerade weil er jemand ist, der sich jeder Strömung des Zeitgeistes widersetzt. Seine Kunstwerke sind keine Kommentare zu zeitgeschichtlichen Ereignissen und mit ihrer Farbigkeit und Kraft verweisen sie gern auf etwas Höheres. Hermes, Herkules, Merkur sind feste Akteure in Lüpertz’ göttlicher Komödie, die noch bis 29. Juli in Hagen aufgeführt wird. Zum Mitnehmen sei der schöne Ausstellungskatalog empfohlen, der nicht zuletzt durch die Förderung der RWE realisiert werden konnte.

Auch zur Ausstellung “Zwischen den Zeiten” des Malers und Bildhauers Heinz Mack ist ein schöner Katalog erschienen – ebenfalls mit Unterstützung der RWE. Kein Wunder, geht es doch auch hier um Energie in ihrer schönsten Form: Farbe und Licht.

 

Heinz Mack vor seinem “Garten Eden” (Bild Ruhr Nachrichten, Tilman Abegg)

 

Kinetische Objekte, Lichtskulpturen und Malerei von den 70er Jahren bis heute werden auf der 6. Etage des Dortmunder U präsentiert. Silbern spiegeln die Steelen in der großen Eingangshalle das Licht, rechst geht es in den Dunkelraum, wo es bunt blitzt und schillert, ruhig und golden die Stimmung dagegen im Sahara-Raum. Hier wird der Besucher mit den Ergebnissen aus Macks frühen Experimenten in der Wüste konfrontiert. Mack, er ist eben nicht nur Maler und Bildhauer, er ist auch Forscher. Die Dortmunder Ausstellung bietet für dieses umfangreiche Werk einen sehr schönen Überblick und zeigt Arbeiten, die noch nie oder schon lange nicht mehr zu sehen waren.

Wie Belgin in Hagen konnte auch Direktor Kurt Wettengl aus einem nahezu unerschöpflichen Werk auswählen. Es ist ihm und seiner Co-Kuratorin Katja Knicker dabei gelungen, den zahlreichen Geburtstagsausstellungen des vergangenen Jahres neue Aspekte hinzuzufügen.

Anlaß für die Ausstellung, die ebenfalls noch bis zum 29. Juil zu sehen sein wird, war übrigens die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Kunstpreis der Kulturstiftung Dortmund  an Heinz Mack. Bei der Preisverleihung am 6. Mai gehörte die Bühne dann aber auch noch einer jungen Frau. Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an Roseline Rannoch, von der wir – wenn es nach Jurymitglied Kay Heymer (Leiter zeitgenössische Kunst im Museum Kunstpalast Düsseldorf)  geht – noch viel hören werden. Sie bekam ihr Schaufenster auf der 4. Etage im U und überzeugt dort mit Arbeiten voller Witz und Gespür für Materialität. Von der Decke baumelt ein Spongebob in Silber. Er scheint aus einer anderen Welt. Ein Schelm, wer jetzt an den Tele Mack denkt.  :)

 

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Daniela Berglehn am 07. Mai 2012 in Kultur

Rap auf schwarzem Marmorboden

Die Ausstellungen im RWE Foyer Dortmund waren schon immer abwechslungsreich – aber Streetart und Rap? Das ist neu. Wer Lust hat kann heute abend ab 19 Uhr live erleben, wie Gregg, Slyte und Cognac zusammen mit Boris Gott den Nordstadtrap präsentieren.

 

Heute abend gehts ab: Rap, Streetart – in jedem Fall “Trashic”

Alle sind eingeladen, die einmal einen Blick auf die Dortmunder Nordstadt werfen wollen, der frei von Vorurteilen, aber nicht unbedingt ohne Klischees ist. Mit einem Augenzwinkern präsentieren sich die Jugendlichen “trashic” auf einem roten Sperrmüllsofa, drücken ihre Gefühle durch Streetart aus oder beschreiben ihren Alltag mit der Fotoreportage “Hannibal-Helden”. Ein Interview mit Ulrich Sierau, dem Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, und eine Reportage mit Hauptkommissar Jäger von der Wache Nord runden das Bild ab.

“Ich sehe was, was Du nicht siehst” – so der Titel der Ausstellung, der uns die Augen öffnen soll. Entstanden sind die Werke im Rahmen von “Nordwerkstadt“. Die Fotografin Iris Wolf und die Journalistin Barbara Underberg sind die Köpfe dieser Initiative und begleiteten die Jugendlichen über mehrere Monate in zahlreichen Workshops. Sie arbeiten in und mit der Nordstadt und wollen die zu Wort kommen lassen, die sonst nicht gefragt werden: “Wird sonst häufig von außen über den Dortmunder Norden geschrieben und geurteilt, will “Nordwerkstadt“ den Stadtteil gemeinsam mit den Menschen, die hier leben, anders erlebbar machen und aktiv gestalten”, so Underberg.

In dem spannenden Ausstellungsprojekt setzen die jungen Menschen aus der Nordstadt, den oft negativen Schlagzeilen über ihren Stadtteil, nun ihre eigene Sicht entgegen. Mit den ausgestellten Werken beschreiben sie ihre Perspektive, ihre Meinungen und Sehnsüchte. Die Arbeiten geben einen Einblick in ihre Welt, ihre Generation und ihr durch die äußeren Umstände geprägtes Lebensgefühl.

Ein Projekt, das Anerkennung und viel Aufmerksamkeit verdient – findet jedenfalls Hanns-Ferdinand Müller, Vorstandssprecher der RWE Vertrieb AG: „Es war uns wichtig, dieses Nordstadt-Projekt hier zu uns in die Innenstadt zu holen. Die Themen und Ideen der Jugendlichen sollen nicht nur da diskutiert und gesehen werden, wo sie weitgehend bekannt sind.“ Er wird die Ausstellung heute abend gemeinsam mit Sierau eröffnen.

Alle Beteiligten hoffen nun auf zahlreiche Besucher, die sich selbst ein Bild machen. Zu entdecken gibt es einiges.

Wo? RWE Vertrieb, Foyer, Freistuhl 7, 44137 Dortmund, ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei 

 

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Daniela Berglehn am 26. April 2012 in Kultur

Energie = Power = Meine Kunst = Zeit

Am kommenden Montag endet die Ausstellung “less is more” des japanischen Künstlers Shige Fujishiro im Foyer des RWE Towers Dortmund. Die Besucherbilanz war gut, drei Kunstwerke wurden bereits verkauft, eine nächste Galerie-Ausstellung erwartet ihn und am Ende fand sich Shige Fujishiro sogar groß in der BILD wieder. Der Perlenzauber hatte es einfach in sich – und im Fußballverrückten Dortmund war sein eigenwilliges Schalobjekt einfach der Hinkucker. Wo nimmt der junge Künstler seine Energie für die aufwendigen und kleinteiligen Arbeiten her? Wir schickten ihm unseren Energie-Fragebogen und erhielten eine Antwort – und viele.

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Energie = Power = Meine Kunst = Zeit

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Energie = Power = Meine Kunst = Zeit
Mein verlängertes Bein ist das Fahrrad. Energie sparen ist die sinnvollste Methode und sehr “grün”.

Wo tanken Sie Energie?
Energie = Power = Meine Kunst = Zeit
Im Atelier mit meiner Kunst.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Energie = Power = Meine Kunst = Zeit
Energie habe ich genug, nur leider fehlt mir die Zeit.

Weitere Infos:
http://shige-fujishiro.blogspot.de/
http://www.ruhrnachrichten.de/Diese-Ausstellung-perlt-besonders-pfiffig;art13731,1585136,C::cme119186,3044085

Foto: Frank Vinken

 

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Daniela Berglehn am 12. April 2012 in Kultur

Kleine Kunstperlen zwischen Bergen von Beliebigkeit

Als Shige Fujishiro im November 2011 mit seinen Arbeiten den Best-Box-Award im Dortmunder Depot gewann, hat er es zunächst kaum fassen können. Seine preisgekrönten Arbeiten sind seit Dienstag in der Foyer-Galerie des RWE Towers zu sehen. Und eins hat der in Hiroshima geborene Künstler mit seiner Präsentation gewiss erreicht. Wohl selten zuvor hat ein Eröffnungspublikum so lange ganz genau hinsehen müssen und auch wollen, um sich in einer Kunst-Welt zurechtzufinden, die nur auf den ersten Blick banal scheint. Unter einer harmlosen Oberfläche aus bunten Perlen lauert tiefe Erkenntnis. Einfach verblüffend.

 

Shige Fujishiro mit seiner Arbeit „Heute Feind – Morgen Freund”

Oder verblüffend einfach, vielleicht sogar zu einfach? Shige Fujishiro macht es uns nicht leicht, ihm auf den gefährlich-schmalen Grat zwischen Kitsch und Kunst zu folgen. Allein die Wahl seiner Werkstoffe macht Kunsthistoriker ebenso nervös wie -Kenner, die glauben, schon alles gesehen zu haben. Sicherheitsnadeln, Draht und Glasperlen. Der Kosmos des Shige Fujishiro besteht aus wenigen, ganz einfachen Bausteinen. Wie im richtigen Leben. Für menschliches Erbgut braucht es eine knappe Handvoll chemischer Verbindungen, für den Literaturnobelpreis nicht mehr als die Buchstaben eines gut sortierten Alphabets.

Sicherheitsnadeln und Glasperlen. Da geraten selbst gestandene Museumsdirektoren ins Stirnrunzeln. Denn: „Das Material macht stutzig. Ist das Kunst oder eher Bastelei?“, fragt Hans Günter Golinski aus Bochum in seiner beherzten Einführungsrede, zeigt sich aber fasziniert und überzeugt gleichermaßen von Fujishiros respektlosem Umgang mit dem schönen Schein der Dinge. Durch Sicherheitsnadeln, Draht und Glasperlen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht, gibt uns die seltsame Aldi-Tüte in der Ausstellung ebenso zu denken, wie die Tasche von Louis Vuitton, der Bonsai mit Löwenzahn und die von fetten Faltern umflatterte, blumige Installation auf Zucker mit dem Titel „Letzte Nacht hatte ich einen Traum in meines Freundes Bett“. Das wirkt nicht nur wegen des Zuckers irgendwie süß, macht aber einen bitterem Nachgeschmack. Glasperlen gehören nicht nur zu den ältesten Zahlungsmitteln und Kunst-Stoffen des Planeten. Glasperlen haben ganze Völkerstämme ums Wohl gebracht. Und schließlich wissen wir doch alle, wie schnell so ein schöner Schein getauscht ist gegen die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

„Spuren von Tränen“ nennt Fujishiro denn auch sein nachdenklichstes Werk auf der großen weißen Stirnwand der Tower-Galerie. Für mich die ergreifendste der Arbeiten, die der in Hannover lebende Fujishiro für „LESS IS MORE“ zusammengestellt hat. Mit Sicherheitsnadeln, Draht, Glasperlen und sechs Gehörnen (Material-Liste) zitiert er die Kirschblüte, den Tod und die Gedanken des Zen, wo weder die Blüte am Baum wirklich wichtig ist noch das verwelkte Blatt am Boden. Was zählt, ist  der Augenblick, in dem es herunterfällt. Aber Digitalfotografen haben es leicht, den Geschichten von Shige Fujishiro zu folgen.  So ein Pixel ist als monochrome Farbfläche an Schlichtheit kaum zu überbieten. Erst die Menge ergibt ein Muster, das sich mit dem nötigen Betrachtungsabstand zum Bild formt. Ein schneller Prozess, der täglich milliardenfach Berge der Beliebigkeit erzeugt. Da hat es Shige Fujishiro leichter aufzufallen. Die Einzigartigkeit von Fastfood-Ketten-Tüten aus Sicherheitsnadeln, Draht und Glasperlen wird wohl niemand bezweifeln.

Wie es mit Fujishiro weitergeht, ist ebenfalls geklärt. Aus Essen war Irma Gublia-Segerath nach Dortmund gekommen, sozusagen als Scout für den Galeristen Thorsten Obrist. Der möchte Shige Fujishiro in seiner Galerie am Museum zeigen. Wir sind gespannt.

Die Bilder aus Dortmund:

 

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Frank Vinken am 15. März 2012 in Allgemeines, Kultur

Nur mal kurz die Welt retten?

Nein, ich war nicht auf einem Konzert von Tim Bendzko - aber unterhaltsam war es allemal und Pop-Attitüde hatte das Ganze auch. Trotz des ernsten Themas. Aber der Reihe nach.

Rund 70 Leute waren der Einladung ins RWE Forum im Dortmunder U gefolgt. Leider waren wir gar nicht Gastgeber wie es der Name suggeriert (Es handelt sich hier um ein Sponsoring der Dortmunder Vertriebskollegen!) – nein, diese Rolle hatte der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) und mit der Veranstaltung bewies Inke Arns einmal mehr, dass sie und ihr Team Kunst anders verstehen, als viele Macher in den großen Museen. Passend zur Ausstellung “The Oil Show” (verlängert bis zum 18. März) ist es ihr gelungen, das Diskussionsformat “Werden wir die Erde retten? Gespräche über die Zukunft von Technologie und Planet” nach Dortmund zu holen. Glückwunsch – denn damit steht die Stadt in einer Reihe mit anderen Vortragsorten wie z. B. Hamburg, Berlin, München oder Dresden. Insgesamt sind es sieben Städte und sieben Themen, eines gewichtiger als das andere: Die Zukunft des Klimas, Die Zukunft der Mobiliät, Die Zukunft des Lebens etc. 

         

In Dortmund dann “unser Thema”: Die Zukunft der Energie. Es diskutierten Ferdi Schüth (l.), Chemiker und u.a. Energieexperte der Max-Planck-Gesellschaft sowie Ortwin Renn, Umwelt-, Technik- und Risikosoziologe und Mitglied der Ethik-Kommission “Sichere Energieversorgung”.

Es kamen ebenfalls zu Wort: Ein Winzer, T.C. Boyle, Claus Leggewie, Georg Church, eine Bäuerin oder auch Peter Head. Die allerdings nur virtuell. Das alles vor echtem Publikum, ausgestattet mit Laserpointern und aufgefordert zur ”aktiven Partizipation”. Das Format geht zurück auf die vom Medienkünstler Florian Thalhofer entwickelte Korsakow-Show. Praktisch sah das so aus:  Wer die meisten Laserpointerpunkte auf sich versammelt, darf sprechen – sei es live, im Filmbeitrag oder als Publikumsfrage. Wir hatten die Wahl und der Abend verlief abwechslungsreich und vielschichtig, lustig, emotional, aber nie oberflächlich. Form und Funktion – hier passte alles und half den komplexe Inhalten auf den Punkt.

Gerechte Energieverteilung – ist das möglich? Wie funktioniert eigentlich Desertec? Was sind intelligente Netze? Was kann der Einzelne beitragen? Werden wir unseren Lebensstil ändern müssen? Wie gewinnt man aus Algen Energie? Sicher, die Vielfalt der Aspekte und die auf 3-Minunten limitierte Redezeit ließen keine Detaildiskussion zu – aber letztendlich gelang es vorallem den beiden exzellenten Referenten uns ein Gefühl für die Komplexität des Themas zu geben, ohne gleich von ihm “erschlagen” zu werden.

Mich hat ein Satz von Ferdi Schüth überrascht: “Die Energiewende ist kein technisches Problem”. Das hätte ich so von einem Naturwissenschaftler nicht ewartet. Vielleicht spreche ich hier bei RWE aber auch zu oft mit Technikern? :)  Ja, eine gelungene Energiewende ist eine Herausforderung an alle Disziplinen. Sie erfordert technische Lösungen, aber sie ist auch eine Frage der Werte, der Bezahlbarkeit, der politischen Grundlagen und wird uns persönlich ein Umdenken abverlangen. Insofern erfordert das Thema, dass wir alle Aspekte auch im Kontext diskutieren. Miteinander. Eine Richtung in die auch unsere Arbeit zielt. Sei es durch die Energiebildungsstudie oder sei es in meinem Aufgabenfeld, der Kulturförderung. Hier laden wir jedes Jahr zwei Künstler ein, ein Projekt zum Thema “Energie” zu entwickeln. Noch bis Ende Februar läuft die Bewerbungsphase für “visit”, das Artist in Residence-Programm

Hinter dem Konzpet zu diesen Abenden - das wohl in erster Linie auf Tobias Hülsewitt und Roman Brinzanik zurück geht – scheint mir eine ähnliche  Idee zu stehen. Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und ich bin schon jetzt gespannt auf das Buch zur Reihe, das im März bei Suhrkamp erscheinen soll. Wer es schafft, sollte unbedingt noch die folgenden Veranstaltungen besuchen oder später das Buch lesen oder jetzt auf die website gehen: www.erderetten.de

Fotos: Max-Planck-Institut, Acatech

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Daniela Berglehn am 12. Januar 2012 in Allgemeines, Bildung, Kultur

„So was cooles hab ich noch nie erlebt“

Reisebericht unserer “Lichtpunkte”-Kids

Sie waren die heimlichen Stars neulich beim RWE Stiftungstag in Dortmund: Hammudi, Mohammed, Mohammed-Ali und Rim. Die vier Berliner Kinder hatten im Rahmen des „Lichtpunkte“-Projektes „Übergänge” einen Film über ihren Kiez Neukölln gedreht und diesen im Dortmunder „U“ vorgestellt.
Und offenbar hat den vieren der Wochenend-Trip ins Ruhrgebiet gefallen, denn alle haben uns jetzt im Nachhinein als Dankeschön jeweils einen kurzen Reisebericht geschrieben. Was uns besonders freut: Ihre Erinnerungen haben sie handschriftlich notiert – ein schöner Kontrapunkt zu all den computergetippten Mails, Dokumenten und Präsentationen im Berufsalltag. Für unser Blog mussten wir ihre Reisenotizen dann doch wieder digitalisieren – hier ein paar Auszüge:

Gruppenfoto beim Frühstück im Hotel. Den Stolz über ihren tollen Auftritt beim RWE Stiftungstag am Abend zuvor sieht man den Kids an.

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Redaktion am 21. Dezember 2011 in Bildung

Das Energie-Interview mit Prof. Dr. Manfred Euler

“Energie für die Faszination von Wissenschaft”

Prof. Dr. Manfred Euler ist Leiter der Abteilung Didaktik der Physik und Direktor am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der Universität Kiel. Zudem ist er wissenschaftlicher Leiter einer Studie zum Thema Energiebildung, welche die RWE Stiftung durch das IPN durchführen lässt. Ziel der Studie ist es, Qualität und Quantität der Vermittlung des Themas Energie an Schulen von der Grundschule bis zum Gymnasium zu evaluieren und Konzepte für eine substanzielle Verankerung der Energiebildung im Unterricht zu entwickeln. Die aktuellen Ergebnisse der auf zwei Jahre angelegten Studie hat er zuletzt im Rahmen des RWE Stiftungstags am 24. November vorgestellt.

Was war für Sie das Highlight des ersten RWE Stiftungstages?
Auf jeden Fall waren das die Kids, die Berlin-Neukölln hinter sich gelassen haben und völlig aus sich heraus gegangen sind. Hier zeigt sich, was der Einsatz von ein bisschen Energie bewirken kann.

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
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Redaktion am 16. Dezember 2011 in Bildung

So klein und so flach? Ausstellung “Strom in der Fotografie” eröffnet in Dortmund

Volles Haus am Donnerstag  abend in der Galerie im RWE Tower Dortmund. Fotografen, Historiker und Kunstbegeisterte und Lokalpatroiten trafen sich bei der Vernissage zu “Strom in der Fotografie”. Bereits bei der Pressekonferenz am morgen wartete Hans-Georg Thomas, Leiter des RWE Konzernarchivs, mit interessanten Details auf, die dann auch prompt ihren Wiederhall, z. B. in den Ruhr Nachrichten fanden.

Kraftwerk Gersteinwerk an der Lippe, 1928 (Erich Angenendt)

Was gibts zu sehen? Rund 70 Fotografien zur Elektrizitätsgeschichte des Ruhrgebiets aus der Zeit von 1897 bis 2009. Sie erzählen in 12 thematischen Gruppen wie “Strom entsteht”, “Strom bewegt” oder auch wie es sich mit Strom lebt. Schließlich hat der elektrische Strom wie keine andere Energie die Arbeit und das Leben der Menschen verändert.

Musterküche mit Elektrogeräten, um 1960

Aber – so die These der Macher – er hat nicht nur im Bild der Städte und Landschaften seine Spuren hinterlassen, sondern auch in der Fotografie. Neben Bildern renommierter Industriefotografen wie Ruth Hallensleben, Rudi Angenendt und Timm Rautert sind Aufnahmen bekannter Fotojournalisten wie Willy van Heekern und Rudolf Holtappel zu sehen.

Leitwarte, um 1963 (Rudi Angenendt)

Ein großer Teil der Bilder stammt aus dem Historischen Konzernarchiv der RWE, aber auch viele andere Archive der Region machten mit. Allen voran das Fotoarchiv des Ruhrmuseums, dass bei der Vernissage außerdem durch seine Leiterin Frau Dr. Sigrid Schneider vertreten war. In ihrem Vortrag ging sie auf die Bedeutung der Elektrizität für die Entwicklung der Fotografie ein, aber auch auf die Unterschiede in der Bildsprache zwischen Auftragsfotografie, freien und dokumentarischen Arbeiten. Keinem Medium wird bis heute so sehr mit der Fähigkeit zur Abbildung von Realität verbunden, wie die Fotografie. Schneider zitierte eine Anekdote, nach der einmal jemand Picasso ein Foto gezeigt haben soll, mit den Worten “Das ist meine Frau.” Darauf  hin Picasso: “So klein und so flach?”

Wer tiefer in die Diskussion einsteigen will, der hat noch bis zum 17. Februar Gelegenheit. Montag bis Freitag, 9.00 bis 18.00 Uhr, im Foyer des RWE Towers, Freistuhl 7, 44137 Dortmund. Der Eintritt ist – wie immer – frei. Auf Wunsch werden nach Voranmeldung für Gruppen auch Führungen angeboten. Anfragen bitte unter der Rufnummer 0231 438-2915.

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Daniela Berglehn am 02. Dezember 2011 in Kultur

„Ach, ich glaube meine Energie reicht!“ Das Energie-Interview mit Dr. Heike Kahl

Dr. Heike Kahl ist Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Ein gemeinsames Projekt der DKJS und der RWE Stiftung ist das Programm „Lichtpunkte“: In insgesamt elf Projekten in Berlin und Rheinland-Pfalz werden Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien gefördert. Im Rahmen des RWE Stiftungstags stellte Dr. Heike Kahl gemeinsam mit vier Jugendlichen aus Berlin-Neukölln das Lichtpunkte-Projekt „Übergänge“ vor, das den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, die Außenwirkung ihres Kiez’ in die eigene Hand zu nehmen.

Was war für Sie das Highlight des ersten RWE Stiftungstags am 24. November 2011?
Die Überraschung, wie sich aus unterschiedlichen Perspektiven und Themen ein spannendes Ganzes entwickelt.

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Mir fallen nicht gleich die physikalischen Gesetzmäßigkeiten ein. Viel eher denke ich an Kraft, Elan, Motivation und die Phantasie, die von Menschen ausgeht.

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Vieles von dem, was alle beschäftigt. Aber auch die Sorge, dass die Diskussion ideologisch geführt wird. Und dass diejenigen, die sonst Toleranz einklagen, bei dieser Frage andere Meinungen wenig tolerieren.

Wo tanken Sie Energie?
Bei Zeit für Besinnung, bei Sport und Literatur.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Ach, ich glaube meine Energie reicht!

Foto: Frank Vinken

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Daniela Berglehn am 29. November 2011 in Bildung, Kultur, Soziales

Stiftungstag reloaded

Apropos. Wer zum ersten Mal das Dortmunder U betritt, der braucht sich um das Erlebnis einer ganz speziellen Sichtweise nicht zu sorgen. Denn wer das Dortmunder U betritt, der staunt. Wie auch Professor Dr. Manfred Euler vom Kieler Leibniz-Institut, auf unserem Bild oben rechts.

Professor Euler nutzte die Zeit vor dem Stiftungstag-Programm, um auf den Rolltreppen die große Vertikale entlang ins Dachgeschoss des U zu reisen. Vorbei an Adolf Winkelmanns verblüffend projizierten Bildgeschichten, die als Fortsetzung der Fenster mit anderen Mitteln einen Blick in die Seele des Ruhrgebiets eröffnen. Ganz oben, wo sich im U auf der Höhe des Restaurants “View” das Staunen an klaren Tagen in eine spektakuläre Weitsicht verwandelt, konnte auch der Wissenschaftler dem Impuls der meisten Besucher nicht widerstehen. Mit dem Foto-Handy Dortmund-Bilder machen, mit Skyline, imposantem Riesen-Weihnachtsbaum und allem Zipp und Zapp.

Und noch eins zum Thema Staunen. Hammudi, Mohammed, Mohammed-Ali und Rim, die Kinder vom Lichtpunkte-Projekt “Übergänge” in Berlin-Neukölln brauchten einen kurzen Augenblick bis zum Freudentaumel, als ihnen Moderatorin Asli Sevindim nach der Podiums-Diskussion unscheinbare gelb-schwarzes Päckchen überreichte. Darin steckte neben dem Original-Trikot des amtierenden Deutschen Fußballmeisters ein Besuch im Westfalenstadion.  Der Spieltag mit dem Revier-Kracher gegen Schalke war’s zwar nicht . . .

. . . aber den Dortmunder Jubel am Samstag haben die Kinder aus Berlin  bereits am Donnerstag vorweg genommen. Diesen Bildern muss man nichts hinzufügen.

Und noch einmal einmal zurück ins U, denn auch das RWE-Forum mit seinem roten Kino verdient an dieser Stelle zumindest die fotografische Erwähnung. Winkelmanns Rundum-Projektion ist nur auf den ersten Blick eine harmlos-technische Spielerei. Betrachter bringt der Bildermacher mit seinen Kamerafahrten buchstäblich in Bewegung. Wer den Filmen folgen will, muss sich mitdrehen, durch endlose Hochregal-Lager, an stillen Kanal-Szenen entlang und auf turbulenten Riesenrad-Gondeln. Auch hier wird deutlich, was ein Wechsel der Perspektive bewirken kann. Mit der entsprechenden Sichtweise werden die Wertstoffe auf dem Sortierband der Recyclinganlage zum Rohstoff für einen langen ruhigen Fluss, der viel mehr mit Meditation als mit Müll zu tun hat. Schauen Sie mal hin. Es lohnt sich.

Und weil wir schon ‘mal da waren, abschließend noch zwei Blicke in das Kino im Dortmunder Zentrum für Kunst und Kreativität. Einmal ohne . . .

. . . und einmal mit Stiftungstag-Publikum.  Fotos: Frank Vinken (dwb)

 

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Frank Vinken am 28. November 2011 in Bildung, Kultur, Soziales