Bronnbacher Stipendium: Im besten Fall entsteht eine Sehnsucht nach Kunst

Am 9. Mai 2012 fand an der Ruhr-Universität Bochum die Abschlussfeier des 5 Jahrgangs des von der RWE Stiftung geförderten Bronnbacher Stipendiums statt. Das Programm ermöglicht den Stipendiaten ein Jahr lang einen intensiven Einblick in zeitgenössische Kunst. Als Stipendiaten ausgewählt wurden Studierende und Promovierende aus verschiedensten fachlichen Disziplinen. Das Besondere daran: von der Wirtschaftswissenschaft über die Medizin bis hin zur Chemie handelt es sich dabei gerade um „kunstferne“ Fächer. Im Laufe der vierzehn Abend- und Wochenendveranstaltungen begegneten sie Künstlern und Kulturschaffenden, setzten sich mit einzelnen Werken und spezifischen Positionen auseinander und nahmen auch selbst aktiv an künstlerischen Workshops teil.
Das fünfjährige Bestehen des Stipendiums ist Anlass genug einmal nachzufragen. Beim Kurator Dr. Sven Sappelt, der das Stipendium an der Ruhr-Universität Bochum aufgebaut hat und bis heute leitet. Und bei den ehemaligen Stipendiaten. Was passiert, wenn „Fachfremde“ auf zeitgenössische Kunst treffen?

5 Jahre Bronnbacher Stipendium sind eine lange Zeit und viele Erfahrungen. Was waren aus deiner Sicht die Highlights des Programms?

Sven Sappelt: Im Laufe von fünf Jahren kommen natürlich etliche Veranstaltungen zusammen. Wir haben Kulturmetropolen wie Berlin, Wien, Paris, Istanbul und Stockholm besucht; mit eindrucksvollen Persönlichkeiten wie Nele Hertling, Heiner Goebbels und Matthias Lilienthal gesprochen und mit jüngeren Künstlern wie Doris Dziersk, Herbordt & Mohren, Maxi Obexer, FÖN und Jan Wagner zusammengearbeitet. Da fällt es schwer, einzelnes besonders hervorzuheben.

Du arbeitest mit Studierenden und Promovierenden aus verschiedenen Fachbereichen. Wie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit?

Sven Sappelt: Zunächst einmal versuche ich die Stipendiaten gar nicht als Studierende zu sehen, sondern als Menschen mit individuellen Biografien und besonderen Begabungen. Das schafft schon einmal viele Gemeinsamkeiten. Dass sie sich um eine Teilnahme an dem Programm bewerben müssen, gewährleistet, dass sie freiwillig kommen und wirklich etwas wissen möchten. Für mich bedeutet das wiederum, dass ich auch etwas bieten muss, da sie ansonsten einfach wegbleiben. Dieses gegenseitige Interesse ist eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Stipendiaten-Statement Nr. 1

Während des Bronnbacher Stipendiums lernten wir eine Reihe von intelligenten und kreativen Köpfen kennen, sowohl unter den Mitstipendiaten als auch unter unseren Gesprächspartnern bei den wöchentlichen Exkursionen. Das alles gab mir viele Denkanstöße mit und zeigte mir, wie ich in gewissen Situationen das Beste aus mir raushole. Seit dem Bronnbacher Stipendium bin ich sensibler für kulturelle und politische Themen und habe eine Meinung zu Themen, denen ich früher gleichgültig oder unwissend gegenüber stand. Außerdem nehme ich aktiver am kulturellen Leben meiner Stadt teil und bin motivierter mich sozial zu engagieren. Nicht zuletzt lernte gute Freunde fürs Leben kennen.

Kerstin Poggemann (26); 3. Bronnbacher Jahrgang; Studiengang: Humanmedizin; berufliche Tätigkeit: Assistenzärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin

Grenzen überschreiten

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Sarah Meyer-Dietrich am 14. Mai 2012 in Bildung, Kultur

Lichtgestalten im Revier

Markus Lüpertz im Osthaus Museum Hagen, Heinz Mack im Museum Ostwall im Dortmunder U. Zwei Künstler der alten Schule werden mit großen Ausstellungen im Revier geehrt. Und diese “alte Schule” erscheint jünger und dynamischer denn je.

Bereits mit der Retrospektive “Im göttlichen Licht“, die im letzten Jahr in Den Haag zu sehen war, stellte Malerfürst Lüpertz unter Beweis, dass seine Bilder noch immer vor Kraft strotzen. Teile dieser Ausstellung – ergänzt um neue Arbeiten – hat nun Tayfun Belgin unter dem Titel “Der gemalte Horinzont” ins Osthaus Museum nach Hagen geholt.

 

Von Den Haag nach Hagen: Markus Lüpertz Retrospektive (Foto: Frank Vinken)

 

Mittlerweile umfasst Lüpertz’ Werk wohl mehr als 15.000 Arbeiten: Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Bühnendekorationen, Kostüme, Gedichte, sogar Kirchenfenster – doch aufhören? Für ihn undenkbar.  Sein Kosmos wächst weiter und seine Werke finden Anerkennung im In- und Ausland. Vielleicht gerade weil er jemand ist, der sich jeder Strömung des Zeitgeistes widersetzt. Seine Kunstwerke sind keine Kommentare zu zeitgeschichtlichen Ereignissen und mit ihrer Farbigkeit und Kraft verweisen sie gern auf etwas Höheres. Hermes, Herkules, Merkur sind feste Akteure in Lüpertz’ göttlicher Komödie, die noch bis 29. Juli in Hagen aufgeführt wird. Zum Mitnehmen sei der schöne Ausstellungskatalog empfohlen, der nicht zuletzt durch die Förderung der RWE realisiert werden konnte.

Auch zur Ausstellung “Zwischen den Zeiten” des Malers und Bildhauers Heinz Mack ist ein schöner Katalog erschienen – ebenfalls mit Unterstützung der RWE. Kein Wunder, geht es doch auch hier um Energie in ihrer schönsten Form: Farbe und Licht.

 

Heinz Mack vor seinem “Garten Eden” (Bild Ruhr Nachrichten, Tilman Abegg)

 

Kinetische Objekte, Lichtskulpturen und Malerei von den 70er Jahren bis heute werden auf der 6. Etage des Dortmunder U präsentiert. Silbern spiegeln die Steelen in der großen Eingangshalle das Licht, rechst geht es in den Dunkelraum, wo es bunt blitzt und schillert, ruhig und golden die Stimmung dagegen im Sahara-Raum. Hier wird der Besucher mit den Ergebnissen aus Macks frühen Experimenten in der Wüste konfrontiert. Mack, er ist eben nicht nur Maler und Bildhauer, er ist auch Forscher. Die Dortmunder Ausstellung bietet für dieses umfangreiche Werk einen sehr schönen Überblick und zeigt Arbeiten, die noch nie oder schon lange nicht mehr zu sehen waren.

Wie Belgin in Hagen konnte auch Direktor Kurt Wettengl aus einem nahezu unerschöpflichen Werk auswählen. Es ist ihm und seiner Co-Kuratorin Katja Knicker dabei gelungen, den zahlreichen Geburtstagsausstellungen des vergangenen Jahres neue Aspekte hinzuzufügen.

Anlaß für die Ausstellung, die ebenfalls noch bis zum 29. Juil zu sehen sein wird, war übrigens die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Kunstpreis der Kulturstiftung Dortmund  an Heinz Mack. Bei der Preisverleihung am 6. Mai gehörte die Bühne dann aber auch noch einer jungen Frau. Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an Roseline Rannoch, von der wir – wenn es nach Jurymitglied Kay Heymer (Leiter zeitgenössische Kunst im Museum Kunstpalast Düsseldorf)  geht – noch viel hören werden. Sie bekam ihr Schaufenster auf der 4. Etage im U und überzeugt dort mit Arbeiten voller Witz und Gespür für Materialität. Von der Decke baumelt ein Spongebob in Silber. Er scheint aus einer anderen Welt. Ein Schelm, wer jetzt an den Tele Mack denkt.  :)

 

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Daniela Berglehn am 07. Mai 2012 in Kultur

Das Energie-Interview mit Marion Prinz

„Energie ist ein Thema, das alle angeht“

Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin aus Bochum ist Leiterin der Rechnungswesen Governance der RWE AG. Zusätzlich ist Marion Prinz seit 2011 Geschäftsführerin der RWE Stiftung und betreut vor allem die finanzielle Unterstützung der durch die Stiftung geförderten Projekte.

 

Marion Prinz, seit einem Jahr Geschäftsführerin der RWE Stiftung

 

Seit einem Jahr sind Sie Geschäftsführerin der RWE Stiftung. Wie haben Sie in dieser Zeit die Entwicklung der Stiftung erlebt?

Ich habe erlebt, dass die RWE Stiftung ihr Profil weiter geschärft hat. Durch die Fokussierung in den drei Förderfeldern Bildung, Kultur und Soziales ist eine sehr intensive Betreuung der Projekte möglich. Dadurch hat die Stiftungsarbeit inhaltlich gewonnen.

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Redaktion am 03. Mai 2012 in Allgemeines

Das Zitat mit Energie

Zum Wochenende mal wieder ein „Energie-Beitrag“ der anderen Art. Wir haben Impulse gesucht, die nicht von uns, sondern z. B. von Philosophen, Autoren oder auch Wissenschaftlern stammen. Sie alle haben sich mit dem Thema Energie aus verschiedenen Perspektiven beschäftigt. Kennen Sie auch ein schönes Zitat zum Thema? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen.

„Meiner Idee nach ist Energie die erste und einzige Tugend des Menschen.“

Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835), deutscher Philosph und Sprachforscher

 

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Daniela Berglehn am 27. April 2012 in Allgemeines, Kultur

Was macht eigentlich der Duracell-Hase an Ostern?

Wie verbringt er die freien Tage, dieser kleine flauschig-plüschige, rosafarbene Geselle, der unermüdlich seine Trommel schlägt?

Sitzt er mit der Hasenmischpoke am Ostertisch und gewinnt im Eierdötschen? Hat er die Muße, genüsslich am Sonntagsfrühstückstisch – selbstverständlich zu vorgerückter Morgenstunde, denn an einem Feiertag muss man ja auch mal fünfe gerade sein lassen und den Wecker ausstellen – da also genüsslich herumzulümmeln, in seinem Kaffee oder Tee oder Nesquik zu rühren und sich die Frühlingssonne auf den Pelz scheinen zu lassen?

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Sarah Meyer-Dietrich am 08. April 2012 in Allgemeines, Soziales

Tanzendes Kraftwerk: Energie der Zukunft

Kunst und Energie – wie passt das zusammen? Nach der Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Musik und Literatur mit Energie in meinen letzten beiden Beiträgen geht es nun um eine Kunstsparte, in der die Beziehung zu Energie gleich auf den ersten Blick augenfällig ist: der Tanz.

Wenn energiegeladene Tänzer über die Bühne wirbeln und ihre ganze Power in die Performance geben, spürt man schnell, wie viel Energie dahinter steckt. Selbst wenn der Tanz mitunter so leicht, so schwerelos wirkt … Der Zuschauer ahnt doch immer, wie viel harte Arbeit diese Leichtigkeit kostet. Dass Tanz jede Menge Investition von Energie erfordert, so wie es auch bei anderen sportlichen Aktivitäten der Fall ist, erscheint daher vielleicht allzu trivial, um weiter hinterfragt zu werden.

Wie aber steht es um den Tanz als Energie produzierenden oder freisetzenden Prozess?

Auf Begriffe wie Energie und elektrisch stößt man zum Beispiel in Interviews mit Wim Wenders, in denen er sich über den Film „Pina“ und seine Begegnungen mit der 2009 verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch äußert, deren außergewöhnlichem Werk er mit dem Film ein Denkmal gesetzt hat.

Aus Trauer Energie machen

Wim Wenders, für den die Fertigstellung des Films nach dem Tod von Pina Bausch auch ein Stück Trauerarbeit war, sagt darüber zum Beispiel:

„In dieser Arbeit, die der Film leistet, mit der Trauer umzugehen, da ist Pina vielleicht auch am meisten anwesend. Wenn man ihre Arbeiten kennt, dann weiß man auch, dass sie in den schwersten Zeiten ihres Lebens, da, wo es ans Eingemachte ging, ihre lustigsten und leichtesten Stücke entwickelt hat. Ihre eigene Anstrengung, mit Trauer umzugehen, war: ihr etwas entgegenzusetzen. Dass man sich ihr nicht hingibt, nicht ihr Opfer wird, sondern ganz im Gegenteil die Trauer umwandelt in andere Energie.“ (Wim Wenders im taz-Interview)

Aus Trauer Energie machen – das klingt nach einem vielversprechenden Energiekonzept für die Zukunft. Ist Trauer doch ein nachwachsender, ein erneuerbarer Rohstoff, eine Ressource, die nie zur Neige gehen wird, solange es Menschen gibt.

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Sarah Meyer-Dietrich am 03. April 2012 in Allgemeines, Kultur

Energie = Mammutbraten

Unser “Energie-Fragebogen” auf Zeitreise: Interview mit dem Neandertaler

Wo heute eines der beliebtesten und modernsten Museen Europas steht, wurde vor rund 150 Jahren der namengebende Neandertaler entdeckt. Im damals von Steilwänden eingerahmten Tal der Düssel haben Arbeiter im Jahre 1856 beim Kalkabbau Knochen gefunden, die der Wuppertaler Lehrer und Naturforscher Fuhlrott als Skelettreste eines eiszeitlichen Menschen identifizierte – der Neandertaler war geboren.

“Was Euch in Sachen Energie so alles einfällt, da kann ich nur staunen”

Heute ist der Neandertaler ein wahrer Weltstar. Jeder kennt ihn – jeder hat ein Bild von ihm. Grund genug, dass ihm und der Menschheitsgeschichte, in der er eine bedeutende Rolle spielt, mit wesentlicher Unterstützung der RWE AG im Jahre 1996 ein Museum gewidmet wurde, welches seither jährlich 170.000 Besucher in das Neanderthal nahe Düsseldorf lockt. Die erste lebensechte Rekonstruktion des Original- Neandertalers begrüßt im Foyer des Museums seit 2006 die Besucher. Trotz Touristen-Ansturm hat er sich netterweise Zeit für unseren “Energie-Fragebogen” genommen:

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Wärme, Mammutbraten

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Dass wir uns auf die Ursprünge besinnen. Wir haben ja damals von dem gelebt, was die Natur uns geboten hat. Mit der Energiewende soll intelligent das natürliche Angebot z.B. an Sonne und Wind genutzt werden. Aber nicht zurück in die Steinzeit, bitte! Ihr könnt das heute doch viel besser. Wir waren zwar auch innovativ und haben es geschafft, im eiszeitlichen Europa zu überleben, aber was Euch in Sachen Energie so alles einfällt, da kann ich nur staunen.

Wo tanken Sie Energie?
Abends am Feuer, wenn die Alten spannende Geschichten erzählen.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Ich finde Eure Zeit so unglaublich spannend und hätte gerne noch die Lebensenergie, Euch beim Erfinden und Entwickeln neuer Technologien zuzuschauen.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage des Neanderthals und auf der Facebook-Seite des dortigen Museums.

 

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Redaktion am 01. April 2012 in Bildung, Kultur

Lehrerumfrage zum Thema Energie an deutschen Schulen

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Lehrerinnen und Lehrer, aufgepasst. Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik (IPN) in Kiel ruft dazu auf, sich an einer Umfrage zu beteiligen. Die Ergebnisse gehen in eine Studie ein, in der das IPN die Energiebildung an deutschen Schulen untersucht.

In einer ersten Umfrage im vergangenen Herbst haben die Wissenschaftler evaluiert, wie und in welchem Umfang das Thema Energie entlang der Bildungskette vermittelt wird. Knapp 400 Lehrkräfte von der Grundschule bis zum Gymnasium haben sich beteiligt. Die zweite Umfrage spiegelt die erhobenen Daten an die Lehrkräfte zurück. Ziel ist es, die Ergebnisse statistisch abzusichern und weitere Analysen zu ermöglichen.

Der Tenor der ersten Umfrage ist folgender: An vielen deutschen Schulen reicht die Zeit nicht einmal für die naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen des Themas Energie. Ganz auf sich gestellt fühlen sich die Lehrkräfte in ihrem Anspruch, Fragen fächerübergreifend zu beantworten. Dazu wären Weiterbildungen ebenso notwendig wie eine bessere materielle Ausstattung für Experimente und interdisziplinäre Projekte. Denn nur mit erfahrungsbasierten Lernformen sei das komplexe Thema Energie zu bewältigen.

Darüber hinaus beklagen vier von fünf Befragten, dass Energie nach der Grundschule zunächst auf der Strecke bleibt: Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse befassen sich kaum mit dem Thema – schon gar nicht vernetzt. Wieso das angebracht wäre, fasst eine Schulleiterin so zusammen: „Wir müssen Energie- und Technikbildung miteinander verknüpfen, damit wir interessierten, motivierten und kompetenten Nachwuchs für die Lösung existenzieller Fragen der Zukunft gewinnen.“

Lehrkräfte, die sich an der zweiten Umfrage beteiligen, können gewinnen. Das IPN verlost fünf MNU Energiekoffer. Damit lassen sich 17 verschiedene Experimente aufbauen.

Zur Umfrage geht es hier:  www.ebs.ipn.uni-kiel.de

 

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Redaktion am 16. März 2012 in Bildung

Tag des Energiesparens: Forschungsprojekt Sustainable Living-Labs

Heute, am 5. März, ist Tag des Energiesparens. Wir wollen das Thema einmal von der wissenschaftlichen Seite beleuchten und haben uns daher zwei Gastbloggerinnen eingeladen, um über ihr neuestes Forschungsprojekt zu berichten. Carolin Baedeker ist stellvertretende Forschungsgruppenleiterin für Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Gemeinsam mit Dr. Christa Liedtke, Leiterin der Forschungsgruppe,beschäftigt sie sich damit, Verbraucher und Verbraucherinnen bereits in den Innovationsprozess neuer Produkte einzubinden und so das Konsumentenverhalten positiv zu beeinflussen. Ihre These: Energiesparen kann durch innovative, nutzerfreundliche Produkte und Dienstleistungen angeregt werden – aber nur, wenn vorher ein Bewusstsein für die Notwendigkeit geschaffen wurde. Bewusstsein schafft man durch die Beteiligung am Entwicklungsprozess von Produkten und Dienstleistungen und durch Bildung – so auch Energiebildung. Hier schließt sich der Kreis: Carolin Baedeker hat auch an dem ersten wissenschaftlichen Workshop zur Energiebildungsstudie der Universität Kiel und der RWE Stiftung mitgewirkt.

Carolin Baedeker
Carolin Baedeker
Dr. Christa Liedtke
Dr. Christa Liedtke

Private Haushalte tragen einen Anteil von 28,5 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland, wovon ein wesentlicher Anteil in den Privathaushalten für Raumwärme sowie Warmwasser anfällt. Eine gesellschaftsverträgliche Transformation hin zu einem nachhaltigeren Energiesystem sollte deshalb die Handlungsweisen sowie die Motivation der Konsumenten bzw. der Nutzer und Nutzerinnen berücksichtigen.

Ob CarSharing, energiesparende Wasserkocher, effizientere Heizungs-, Beleuchtungs- sowie Lüftungssysteme oder einfach “nur” Waschmittel, die bei einer geringeren Temperatur wirken – in den letzten Jahrzehnten wurde eine große Anzahl potenziell energie- und ressourceneffizienterer Technologien, Produkte und Dienstleistungen entwickelt – ohne wesentliche Integration der Konsumenten. Doch diese Technologien führten aufgrund unerwarteten Nutzerverhaltens nur selten zu den gewünschten Effekten. Unerwartetes Nutzerverhalten oder veränderte Verhaltensweisen haben technisch mögliche Effizienzgewinne häufig überkompensiert. Aufgrund sich ändernder Lebensstile hat beispielsweise der Wasserverbrauch zum Duschen, trotz prinzipiell durchlaufoptimierter Armaturen, um etwa 30 Prozent zugenommen, da länger und häufiger geduscht wird.

Das Konzept der “Nachhaltigkeits-LivingLabs” will hier neue Wege gehen. Sie wurden im Auftrag der Europäischen Kommission von einem internationalen Forschungskonsortium, zu dem auch das Wuppertal Institut gehört, unter Leitung der Technischen Universität Delft entwickelt. Die Labs (Labore) ermöglichen in realen Umgebungen wie Wohnraum, Arbeitsumfeld, Verkehrsweg oder Stadtumfeld die interaktive Erforschung von Mensch-Technik-Beziehungen. Die besondere Aufmerksamkeit der Forscherinnen und Forscher richtet sich dabei auf den effizienteren Gebrauch von Energie und Ressourcen, auf die Forcierung von nachhaltigeren und erneuerbaren Energieformen sowie auf die Entwicklung von klimaschonenden, ressourceneffizienten Technologien und Lebens-/Wirtschaftskulturen. Neben den Produzenten und Nutzern werden auch Handwerker, Verbraucherzentralen und Designer als relevante Akteure des Wertschöpfungs- bzw. Entwicklungs- und Umsetzungsprozesses von Produkten und Dienstleistungen in den Prozess einbezogen.

Damit neue Produkten und Dienstleistungen akzeptiert und richtig gehandhabt werden, reicht funktionelles, bedienerfreundliches und ansprechendes Design nicht aus. Denn man muss auch in der Lage sein und über das Wissen verfügen, das Produkt richtig zu nutzen. Und schließlich darf die Lust nicht fehlen, die Neuheit dauerhaft verwenden zu wollen. Dafür gilt es neben technischen Innovationen auch geeignete Bildungskonzepte zu entwickeln, die für Produzenten und Konsumenten gleichermaßen geeignet sind.

Eines dieser Nachhaltigkeits-LivingLabs wird von 2012 bis 2015 im Ruhrgebiet, im Rahmen des EU-Projekts SusLabNWE umgesetzt und durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Programm INTERREG IVB NWE gefördert. Bottrop ist die Modellstadt für InnovationCity Ruhr. Hier werden die deutschen Projektpartner, Wuppertal Institut, Hochschule Ruhr West und InnovationCity Ruhr GmbH, eine LivingLab-Infrastruktur aufbauen. Mit Bottroper Haushalten wird eine Pilotanwendung im Bereich Heizung und Raumwärme durchgeführt. Kofinanziert wird das Projekt aus Mitteln des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Redaktion am 05. März 2012 in Allgemeines, Bildung

Soziale Energie

Kultur elektrisiert – das war der einprägsame Slogan der RWE AG im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Auf den dazugehörigen Plakaten konnte man sehen, wie den von Kultur Elektrisierten die Haare vom Kopf standen.

In meinem letzten Beitrag ging es unter anderem darum, wie Musik elektrisieren, wie sie unter Strom setzen, welche Energieflüsse sie auslösen kann. Gemeint war dabei nicht unbedingt, dass man beim Griff nach der E-Gitarre Gefahr läuft, sich einen Stromschlag einzufangen (auch wenn es Menschen zu geben scheint, die dieses Problem haben). Fazit war jedenfalls, dass Musik ziemlich viel mit Energie zu tun hat – uns in Bewegung versetzt, äußerlich wie innerlich.

Anders verhält es sich bei einer anderen Kultursparte, könnte man meinen: der Literatur. Wer einen versunkenen Leser übers Buch gebeugt sitzen sieht, mag denken, dass das recht wenig mit Energie zu hat – abgesehen davon vielleicht, dass die elektrische Energie das Rezeptionsverhalten des Lesers nicht unbeeinflusst gelassen hat: Ob das E-Book die traditionellen Printerzeugnisse wirklich zu verdrängen vermag, wird man zwar erst in Jahrzehnten zu sagen vermögen. Aber versuchen Sie doch bitte mal, ohne Taschenlampe heimlich unter der Bettdecke zu lesen!
Fernab von diesem durch elektrische Energie veränderten Rezeptionsverhalten mag in dem still und versunken dasitzenden Leser aber wesentlich mehr passieren als von außen sichtbar. Nicht immer müssen sich einem im wortwörtlichen Sinne die Haare sträuben, wenn man unter Strom steht. Was aber kann Literatur im Leser auslösen, welche Energien setzt sie frei? Befragen wir zunächst einmal die Literatur selbst:

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Sarah Meyer-Dietrich am 02. März 2012 in Allgemeines, Bildung, Kultur, Soziales