Rap auf schwarzem Marmorboden

Die Ausstellungen im RWE Foyer Dortmund waren schon immer abwechslungsreich – aber Streetart und Rap? Das ist neu. Wer Lust hat kann heute abend ab 19 Uhr live erleben, wie Gregg, Slyte und Cognac zusammen mit Boris Gott den Nordstadtrap präsentieren.

 

Heute abend gehts ab: Rap, Streetart – in jedem Fall “Trashic”

Alle sind eingeladen, die einmal einen Blick auf die Dortmunder Nordstadt werfen wollen, der frei von Vorurteilen, aber nicht unbedingt ohne Klischees ist. Mit einem Augenzwinkern präsentieren sich die Jugendlichen “trashic” auf einem roten Sperrmüllsofa, drücken ihre Gefühle durch Streetart aus oder beschreiben ihren Alltag mit der Fotoreportage “Hannibal-Helden”. Ein Interview mit Ulrich Sierau, dem Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, und eine Reportage mit Hauptkommissar Jäger von der Wache Nord runden das Bild ab.

“Ich sehe was, was Du nicht siehst” – so der Titel der Ausstellung, der uns die Augen öffnen soll. Entstanden sind die Werke im Rahmen von “Nordwerkstadt“. Die Fotografin Iris Wolf und die Journalistin Barbara Underberg sind die Köpfe dieser Initiative und begleiteten die Jugendlichen über mehrere Monate in zahlreichen Workshops. Sie arbeiten in und mit der Nordstadt und wollen die zu Wort kommen lassen, die sonst nicht gefragt werden: “Wird sonst häufig von außen über den Dortmunder Norden geschrieben und geurteilt, will “Nordwerkstadt“ den Stadtteil gemeinsam mit den Menschen, die hier leben, anders erlebbar machen und aktiv gestalten”, so Underberg.

In dem spannenden Ausstellungsprojekt setzen die jungen Menschen aus der Nordstadt, den oft negativen Schlagzeilen über ihren Stadtteil, nun ihre eigene Sicht entgegen. Mit den ausgestellten Werken beschreiben sie ihre Perspektive, ihre Meinungen und Sehnsüchte. Die Arbeiten geben einen Einblick in ihre Welt, ihre Generation und ihr durch die äußeren Umstände geprägtes Lebensgefühl.

Ein Projekt, das Anerkennung und viel Aufmerksamkeit verdient – findet jedenfalls Hanns-Ferdinand Müller, Vorstandssprecher der RWE Vertrieb AG: „Es war uns wichtig, dieses Nordstadt-Projekt hier zu uns in die Innenstadt zu holen. Die Themen und Ideen der Jugendlichen sollen nicht nur da diskutiert und gesehen werden, wo sie weitgehend bekannt sind.“ Er wird die Ausstellung heute abend gemeinsam mit Sierau eröffnen.

Alle Beteiligten hoffen nun auf zahlreiche Besucher, die sich selbst ein Bild machen. Zu entdecken gibt es einiges.

Wo? RWE Vertrieb, Foyer, Freistuhl 7, 44137 Dortmund, ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei 

 

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Daniela Berglehn am 26. April 2012 in Kultur

Nicht eine Wahrheit, sondern viele?

“Sensationelle Kunstausstellung in Berlin” schreibt die BILD und auch den “Tagesthemen” war sie gestern Abend einen Bericht wert: ART and PRESS, eine neue Ausstellung im Martin-Gropius-Bau Berlin. Sie hält der Presse den Spiegel vor und profitiert zugleich von ihr. BILD ist Medienpartner und wird die Werke der Ausstellung über vier Wochen lang auf einer ganzen Seite vorstellen. BILD-Chef Kai Diekmann sieht darin eine Chance, den 11 Millionen Lesern von “Deutschlands reichweiten stärkster Zeitung” die zeitgenössische Kunst näher zu bringen. Eine tolle Werbung für die Kunst, ein bildungspolitisches Experiment, so die Einen – eine Vereinnahmung, ein PR-Gag, finden Andere. Doch das Experiment kann gelingen, wenn alle Beteiligten offen zusammenarbeiten. Dafür will sich auch Peter Iden einsetzen – Mitglied des künstlerischen Beirats, der das Ausstellungskonzept entwickelte und einer derjenigen, die es vor sich haben, die Sprache der Kunst nicht in die Sprache des Boulevards zu übersetzen. Wir sind gespannt, denn RWE ist Hauptsponsor der Ausstellung und damit Teil des Experiments.

Doch über Kunst soll man nicht lesen, man muss sie sehen. Und dazu war gestern Abend erstmals Gelegenheit. 56 Künstler haben einen Beitrag zu ART and PRESS geleistet – teilweise wurden dafür eigens Werke neu erstellt.  Darunter die eindrucksvolle Installation alter Druckmaschinen von Anselm Kiefer, in deren Mitte gestern die feierliche Eröffnung stattfand.

Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien und RWE-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Großmann fanden ihren Bezug zum Thema im Kontext der “Freiheit der Kunst” und der “Freiheit der Presse”, die vor allem in den Werken von Ai Weiwei und Farhad Moshiri zum Ausdruck kam. In Gesellschaften, in denen nur eine Wahrheit gilt, sei es um die Freiheit der Presse und die Freiheit der Kunst nie gut bestellt, so Großmann. Die Vielfalt der Meinungen und die Möglichkeit diese auch artikulieren zu können, sei ein hohes Gut. Kai Diekmann reflektierte die Zeitung als Teil der Alltagskultur, die immer im Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Wirklichkeit steht und der Philosoph Peter Sloterdijk reflektierte in seinem Festvortrag insbesondere die Wahrnehmung der Kunst und ihre ästhetischen Spielregeln.

Kurator und Veranstalter Walter Smerling, Stiftung Kunst und Kultur Bonn, freute sich über mehr als 900 Besucher, darunter viele Künstler und Prominente.

RWE CEO Jürgen Großmann, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Kurator Walter Smerling (v.l.)
RWE CEO Jürgen Großmann, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Kurator Walter Smerling (v.l.)
Die Künstler Gilbert & George
Gilbert & George

Peter Raue und Peter Sloterdijk

Ab heute ist die Ausstellung für alle geöffnet. Bis zum 24. Juni 2012 besteht die Möglichkeit einige spannende Begleitveranstaltungen zu besuchen. Die erste Lesung und Filmvorführung mit der Künstlerin Marlene Dumas findet bereits heute, 23. März, um 17 Uhr statt. Weitere Gesprächsrunden und Vorträge folgen. www.artandpress.de

Das Verhältnis von Kunst und Zeitung zu reflektieren ist auch Ausgangspunkt für ein interessantes Vermittlungsprogramm, das von der RWE Stiftung gefördert wird. Es richtet sich an Kinder, Jugendliche und Studenten und soll die Fähigkeit zum Lesen und Erfassen von Bildaussagen schulen sowie Erkenntnisse darüber vermitteln, wie sich Bild und Text gegenseitig beeinflussen. “Damit werden Alltagskompetenzen gestärkt, die eine wichtige Funktion im schulischen und sozialen Kontext haben”, so Dr. Stephan Muschick, Geschäftsführer der RWE Stiftung. Um möglichst vielen den Zugang zum Angebot zu ermöglichen sind die ersten 100 Workshops sogar kostenlos. www.gropiusbau.de

Die Ausstellung ART and PRESS geht mit der Zeit: Ab Montag, dem 26. März, bietet ein App für iPhone und Android Hintergrundinformationen und Einblicke in digitaler Form. Interessierte können einen Audioguide, Interviews mit Künstlern und Mitwirkenden der Ausstellung sowie das Rahmenprogramm herunterladen. Den klassischen Katalog gibt es natürlich auch noch. Ein umfangreicher Bildband mit Fachtexten von Götz Adriani, Peter Iden und Heiner Bastian uvm. – erschienen im Wienand Verlag.

Wer jetzt Lust hat, nach der Wahrheit zu suchen, wird hier in Berlin nicht die eine Wahrheit finden, aber viele. Und das ist auch gut so.

 

Alle Bilder: David Ausserhofer, www.ausserhofer.de

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Daniela Berglehn am 23. März 2012 in Allgemeines, Kultur

Kleine Kunstperlen zwischen Bergen von Beliebigkeit

Als Shige Fujishiro im November 2011 mit seinen Arbeiten den Best-Box-Award im Dortmunder Depot gewann, hat er es zunächst kaum fassen können. Seine preisgekrönten Arbeiten sind seit Dienstag in der Foyer-Galerie des RWE Towers zu sehen. Und eins hat der in Hiroshima geborene Künstler mit seiner Präsentation gewiss erreicht. Wohl selten zuvor hat ein Eröffnungspublikum so lange ganz genau hinsehen müssen und auch wollen, um sich in einer Kunst-Welt zurechtzufinden, die nur auf den ersten Blick banal scheint. Unter einer harmlosen Oberfläche aus bunten Perlen lauert tiefe Erkenntnis. Einfach verblüffend.

 

Shige Fujishiro mit seiner Arbeit „Heute Feind – Morgen Freund”

Oder verblüffend einfach, vielleicht sogar zu einfach? Shige Fujishiro macht es uns nicht leicht, ihm auf den gefährlich-schmalen Grat zwischen Kitsch und Kunst zu folgen. Allein die Wahl seiner Werkstoffe macht Kunsthistoriker ebenso nervös wie -Kenner, die glauben, schon alles gesehen zu haben. Sicherheitsnadeln, Draht und Glasperlen. Der Kosmos des Shige Fujishiro besteht aus wenigen, ganz einfachen Bausteinen. Wie im richtigen Leben. Für menschliches Erbgut braucht es eine knappe Handvoll chemischer Verbindungen, für den Literaturnobelpreis nicht mehr als die Buchstaben eines gut sortierten Alphabets.

Sicherheitsnadeln und Glasperlen. Da geraten selbst gestandene Museumsdirektoren ins Stirnrunzeln. Denn: „Das Material macht stutzig. Ist das Kunst oder eher Bastelei?“, fragt Hans Günter Golinski aus Bochum in seiner beherzten Einführungsrede, zeigt sich aber fasziniert und überzeugt gleichermaßen von Fujishiros respektlosem Umgang mit dem schönen Schein der Dinge. Durch Sicherheitsnadeln, Draht und Glasperlen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht, gibt uns die seltsame Aldi-Tüte in der Ausstellung ebenso zu denken, wie die Tasche von Louis Vuitton, der Bonsai mit Löwenzahn und die von fetten Faltern umflatterte, blumige Installation auf Zucker mit dem Titel „Letzte Nacht hatte ich einen Traum in meines Freundes Bett“. Das wirkt nicht nur wegen des Zuckers irgendwie süß, macht aber einen bitterem Nachgeschmack. Glasperlen gehören nicht nur zu den ältesten Zahlungsmitteln und Kunst-Stoffen des Planeten. Glasperlen haben ganze Völkerstämme ums Wohl gebracht. Und schließlich wissen wir doch alle, wie schnell so ein schöner Schein getauscht ist gegen die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

„Spuren von Tränen“ nennt Fujishiro denn auch sein nachdenklichstes Werk auf der großen weißen Stirnwand der Tower-Galerie. Für mich die ergreifendste der Arbeiten, die der in Hannover lebende Fujishiro für „LESS IS MORE“ zusammengestellt hat. Mit Sicherheitsnadeln, Draht, Glasperlen und sechs Gehörnen (Material-Liste) zitiert er die Kirschblüte, den Tod und die Gedanken des Zen, wo weder die Blüte am Baum wirklich wichtig ist noch das verwelkte Blatt am Boden. Was zählt, ist  der Augenblick, in dem es herunterfällt. Aber Digitalfotografen haben es leicht, den Geschichten von Shige Fujishiro zu folgen.  So ein Pixel ist als monochrome Farbfläche an Schlichtheit kaum zu überbieten. Erst die Menge ergibt ein Muster, das sich mit dem nötigen Betrachtungsabstand zum Bild formt. Ein schneller Prozess, der täglich milliardenfach Berge der Beliebigkeit erzeugt. Da hat es Shige Fujishiro leichter aufzufallen. Die Einzigartigkeit von Fastfood-Ketten-Tüten aus Sicherheitsnadeln, Draht und Glasperlen wird wohl niemand bezweifeln.

Wie es mit Fujishiro weitergeht, ist ebenfalls geklärt. Aus Essen war Irma Gublia-Segerath nach Dortmund gekommen, sozusagen als Scout für den Galeristen Thorsten Obrist. Der möchte Shige Fujishiro in seiner Galerie am Museum zeigen. Wir sind gespannt.

Die Bilder aus Dortmund:

 

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Frank Vinken am 15. März 2012 in Allgemeines, Kultur

Nur mal kurz die Welt retten?

Nein, ich war nicht auf einem Konzert von Tim Bendzko - aber unterhaltsam war es allemal und Pop-Attitüde hatte das Ganze auch. Trotz des ernsten Themas. Aber der Reihe nach.

Rund 70 Leute waren der Einladung ins RWE Forum im Dortmunder U gefolgt. Leider waren wir gar nicht Gastgeber wie es der Name suggeriert (Es handelt sich hier um ein Sponsoring der Dortmunder Vertriebskollegen!) – nein, diese Rolle hatte der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) und mit der Veranstaltung bewies Inke Arns einmal mehr, dass sie und ihr Team Kunst anders verstehen, als viele Macher in den großen Museen. Passend zur Ausstellung “The Oil Show” (verlängert bis zum 18. März) ist es ihr gelungen, das Diskussionsformat “Werden wir die Erde retten? Gespräche über die Zukunft von Technologie und Planet” nach Dortmund zu holen. Glückwunsch – denn damit steht die Stadt in einer Reihe mit anderen Vortragsorten wie z. B. Hamburg, Berlin, München oder Dresden. Insgesamt sind es sieben Städte und sieben Themen, eines gewichtiger als das andere: Die Zukunft des Klimas, Die Zukunft der Mobiliät, Die Zukunft des Lebens etc. 

         

In Dortmund dann “unser Thema”: Die Zukunft der Energie. Es diskutierten Ferdi Schüth (l.), Chemiker und u.a. Energieexperte der Max-Planck-Gesellschaft sowie Ortwin Renn, Umwelt-, Technik- und Risikosoziologe und Mitglied der Ethik-Kommission “Sichere Energieversorgung”.

Es kamen ebenfalls zu Wort: Ein Winzer, T.C. Boyle, Claus Leggewie, Georg Church, eine Bäuerin oder auch Peter Head. Die allerdings nur virtuell. Das alles vor echtem Publikum, ausgestattet mit Laserpointern und aufgefordert zur ”aktiven Partizipation”. Das Format geht zurück auf die vom Medienkünstler Florian Thalhofer entwickelte Korsakow-Show. Praktisch sah das so aus:  Wer die meisten Laserpointerpunkte auf sich versammelt, darf sprechen – sei es live, im Filmbeitrag oder als Publikumsfrage. Wir hatten die Wahl und der Abend verlief abwechslungsreich und vielschichtig, lustig, emotional, aber nie oberflächlich. Form und Funktion – hier passte alles und half den komplexe Inhalten auf den Punkt.

Gerechte Energieverteilung – ist das möglich? Wie funktioniert eigentlich Desertec? Was sind intelligente Netze? Was kann der Einzelne beitragen? Werden wir unseren Lebensstil ändern müssen? Wie gewinnt man aus Algen Energie? Sicher, die Vielfalt der Aspekte und die auf 3-Minunten limitierte Redezeit ließen keine Detaildiskussion zu – aber letztendlich gelang es vorallem den beiden exzellenten Referenten uns ein Gefühl für die Komplexität des Themas zu geben, ohne gleich von ihm “erschlagen” zu werden.

Mich hat ein Satz von Ferdi Schüth überrascht: “Die Energiewende ist kein technisches Problem”. Das hätte ich so von einem Naturwissenschaftler nicht ewartet. Vielleicht spreche ich hier bei RWE aber auch zu oft mit Technikern? :)  Ja, eine gelungene Energiewende ist eine Herausforderung an alle Disziplinen. Sie erfordert technische Lösungen, aber sie ist auch eine Frage der Werte, der Bezahlbarkeit, der politischen Grundlagen und wird uns persönlich ein Umdenken abverlangen. Insofern erfordert das Thema, dass wir alle Aspekte auch im Kontext diskutieren. Miteinander. Eine Richtung in die auch unsere Arbeit zielt. Sei es durch die Energiebildungsstudie oder sei es in meinem Aufgabenfeld, der Kulturförderung. Hier laden wir jedes Jahr zwei Künstler ein, ein Projekt zum Thema “Energie” zu entwickeln. Noch bis Ende Februar läuft die Bewerbungsphase für “visit”, das Artist in Residence-Programm

Hinter dem Konzpet zu diesen Abenden - das wohl in erster Linie auf Tobias Hülsewitt und Roman Brinzanik zurück geht – scheint mir eine ähnliche  Idee zu stehen. Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und ich bin schon jetzt gespannt auf das Buch zur Reihe, das im März bei Suhrkamp erscheinen soll. Wer es schafft, sollte unbedingt noch die folgenden Veranstaltungen besuchen oder später das Buch lesen oder jetzt auf die website gehen: www.erderetten.de

Fotos: Max-Planck-Institut, Acatech

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Daniela Berglehn am 12. Januar 2012 in Allgemeines, Bildung, Kultur

Das Energie-Interview mit Prof. Dr. Manfred Euler

“Energie für die Faszination von Wissenschaft”

Prof. Dr. Manfred Euler ist Leiter der Abteilung Didaktik der Physik und Direktor am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der Universität Kiel. Zudem ist er wissenschaftlicher Leiter einer Studie zum Thema Energiebildung, welche die RWE Stiftung durch das IPN durchführen lässt. Ziel der Studie ist es, Qualität und Quantität der Vermittlung des Themas Energie an Schulen von der Grundschule bis zum Gymnasium zu evaluieren und Konzepte für eine substanzielle Verankerung der Energiebildung im Unterricht zu entwickeln. Die aktuellen Ergebnisse der auf zwei Jahre angelegten Studie hat er zuletzt im Rahmen des RWE Stiftungstags am 24. November vorgestellt.

Was war für Sie das Highlight des ersten RWE Stiftungstages?
Auf jeden Fall waren das die Kids, die Berlin-Neukölln hinter sich gelassen haben und völlig aus sich heraus gegangen sind. Hier zeigt sich, was der Einsatz von ein bisschen Energie bewirken kann.

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
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Redaktion am 16. Dezember 2011 in Bildung

“Das Ding leuchtet . . .”

Mischa Kuballs “New Pott” ist sicher das leiseste der ganz großen Kulturhauptstadt-Projekte aus dem vergangenen Jahr. Mit dem Düsseldorfer Fotografen Egbert Trogemann hat Kuball ein Jahr lang 100 Einwanderer-Familien aus 100 Nationen im Revier besucht und sie in deren Wohnzimmer im Schein einer tageslichtweiß-leuchtenden Kugellampe interviewt. Die RWE Stiftung zeigt Ausschnitte aus Kuballs multimedialer Dokumentation jetzt noch einmal im RWE-Turm Essen. Zum Eröffnungstreffen kamen Projektfamilien und  Mischa Kuball diskutierte mit Bernd J. Wieczorek aus dem Beirat der RWE Stiftung über die Rolle der Kultur an der Ruhr und neue Netzwerke im “New Pott”.

Stichwort Netzwerke. Die haben Kuball bei der Arbeit am Projekt, wie er sagt, am stärksten beeindruckt. Internationale Geflechte, die mit den Freunden und Verwandten der interviewten Revierbürger ganz selbstverständlich entstanden sind, die gut funktionieren und sich im Ruhrgebiet dynamisch kreuzen. Wie die Begegnung auf unserem Bild oben illustriert: Maxim, dessen abchasische Mutter Irma als Kunsthistorikerin Theaterprojekte in Essen fördert, erklärt Xin aus der Inneren Monglei sein Interview-Video. Xin ist als Gast der deutsch-niederländischen “New-Pott”-Familie von Abraham van Veen und Jutta Kohn mit in den Turm gekommen und studiert in Bochum. Jetzt stehen beide im Turm-Foyer, finden einander sympathisch und werden sich irgendwann einmal wiedersehen. Man trifft sich ja immer zweimal. So klein kann die Welt sein.

Was für eine übergeordnete Idee er denn verfolgt hat, möchte Moderatorin Christiane Hoffmans von Mischa Kuball wissen. Einmal mehr reagiert der weltweit gefragte Düsseldorfer Licht- und Installationskünstler mit der großen Gabe, die eigenen Themen sehr beredt und nahezu nahtlos in den Glanz großer Zusammenhänge zu rücken. Kuball:  “New Pott hilft uns, diese bunte Welt als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren. Es ist der Beweis, dass das Thema Migration weit mehr Dimensionen beinhaltet, als der oft oberflächliche mediale Umgang mit dem Thema suggeriert.”

“Das Ding leuchtet und über das Projekt kommt die Energie all dieser Familien zum Ausdruck”, da sind sich Mischa Kuball und Bernd J. Wieczorek vom Stiftungs-Beirat einig. Außerdem ist Bernd J. Wieczorek  sicher: “Kultur und deren Förderung können ganz entscheidende Standortfaktoren sein. Da wird der Kultur keinesfalls zuviel aufgebürdet. Wir können uns doch nur über die Kultur fortbilden und weiter entwickeln. Kultur ist unser Lebenselixir. Alles andere ist austauschbar.”

Zu empfehlen bliebe da nur noch das hervorragenden Buch zum Projekt. Mit einem kantigen Vorwort von Herausgeber Harald Welzer, das prima zur aktuellen Diskussion über die Nachhaltigkeit des vergangenen Kulturhauptstadtjahrs 2010 passt. Welzer schreibt: “Der ( Pott)  hat sich gerade als Kulturhauptstadt inszeniert und sich dabei als ein ‘Neues’ imaginiert . . . Das wirklich Neue ist natürlich nicht der modernisierte Kumpel und seine handfeste Frau, die vermeintliche Herzlichkeit und Herberts Hymne . . . Das Neue sind die Anderen, die ein Büdchen gepachtet haben, im Restaurant bedienen,  Zahnärzte sind oder Managerin und die den lebendigen ‘New Pott’ bilden, den wirklich modernen Teil des Ruhrgebiets. ”

Und dann war da noch das kleine Schlusswort vom Künstler persönlich. Er kennt Einwanderer, berichtet Kuball, die es auch in Berlin versucht haben, aber wegen der offenen Atmosphäre wieder zurückgekommen sind in die neue Heimat Ruhrgebiet: “Sie fühlen sich hier einfach besser . . .”

“New Pott – Neue Heimat im Revier” ist mit  700 Seiten bislang nur in einer kleinen Auflage von Christoph Keller beim JRP|Ringier Kunstverlag Zürich erschienen. Kuballs Vorwort finden Sie hier.

Auf 2010LAB.tv sind sämtliche Interviews dokumentiert.

Und hier die Bilder aus dem RWE Turm in Essen:

Mischa Kuballs Lichter . . .

. . . auf dem Äquator graviert mit dem lateinischen Bibelzitat:  „LUX VENIT IN MUNDUM ET DILEXERUNT HOMINES MAGIS TENEBRAS QUAM LUCEM.“ – „Das Licht kam in die Welt, aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht.”

 

Jutta van Veen (Niederlande) vor ihrem Interview-Video mit Sohn Michael und Gästen aus China.

Diskutierte mit Mischa Kuball und Dr. Christiane Hoffmans über Kulturförderung und Standortfaktoren: Bernd J. Wieczorek aus dem Beirat der RWE Stiftung.

Blick in den RWE Turm

Prof. Ute Eskildsen, Leiterin der Fotografischen Sammlung des Museums Folkwang

Egbert Trogemann, Video- und Fotograf des “New-Pott”-Projekts

Mischa Kuball

Fotos: Frank Vinken

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Frank Vinken am 12. Dezember 2011 in Kultur

Das Energie-Interview mit Mischa Kuball

“Nachdenken über die Wandelbarkeit unserer Ressourcen”

Mischa Kuball ist Künstler und seit 2007 Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln. Auf dem RWE Stiftungstag diskutierte er mit Moderatorin Aslı Sevindim die Frage, wie zeitgenössische Kunstformen Energie erlebbar machen, gesellschaftliche Diskussionen auslösen und begeistern können. Der Medienkünstler Kuball greift in seinen Werken immer wieder auf die Ausdrucksformen Licht und Energie zurück.

Was war für Sie das Highlight des ersten RWE Stiftungstags am 24. November 2011?
Das große Interesse an der Veranstaltung, das den wichtigen Aspekt der Partizipation unterstrichen hat.

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Konzentration, Ausdehnung im Raum.

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Nachdenken über Alternativen zum gedankenlosen Verbrauch. Und über die Wandelbarkeit  unserer Ressourcen.

Wo tanken Sie Energie?
Bei Sport und Spiel.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Für das geduldige Zuhören der Erlebnisse und Ideen unserer Kinder.

Foto: Frank Vinken

 

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Daniela Berglehn am 08. Dezember 2011 in Bildung, Kultur, Soziales

Das Energie-Interview mit Aslı Sevindim

“Talente gibt es überall”

Aslı Sevindim wurde als Tochter türkischer Eltern in Duisburg geboren und arbeitet als Journalistin und Moderatorin. Zudem ist sie Buchautorin. Seit 2006 moderiert sie die “Aktuelle Stunde” beim Westdeutschen Rundfunk, am 24. November führte Aslı Sevindim durch das Programm des RWE Stiftungstags.

Was war für Sie das Highlight des ersten RWE Stiftungstags am 24. November 2011?
Mein Highlight waren die vier “Nachwuchsreporter” aus Neukölln, die das Projekt “Übergänge” und ihren selbstgedrehten Film vorgestellt haben. Da merkte man, in denen brodelt es, in denen steckt Energie. Die Jugendlichen machen Hoffnung, denn die wenigsten Menschen vermuten ausgerechnet in einem angeblichen Problemviertel Kultur, Inspiration, Talente. Es gibt diese Talente aber überall, nur fehlt uns häufig der Blick für sie.

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Kraft, Ausdauer, Leistung – aber auch einmal eine Ruhepause und Auftanken.

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Mehr Kenntnis und mehr Wissen über das Thema Energie. Und mehr Respekt im Umgang mit Ressourcen.

Wo tanken Sie Energie?
Beim Essen mit der Familie.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Für Aufräumen und Ordnung. Aber dafür fehlen mir – neben der Energie – manchmal auch Sinn und Disziplin.

Foto: Frank Vinken

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admin am 05. Dezember 2011 in Bildung, Kultur

Kunstbox 2011: Jury erliegt dem Perlenzauber

Künstler und Besucher der Messe “Kunstbox 2011” im Dortmunder depot warteten gespannt. Bereits um 12 Uhr wurde die Jury und mit ihr die Entscheidung über die “Best Box” erwartet, doch hinter den Kulissen war die Diskussion noch in vollem Gange. Es galt die Perspektiven von Sammler, Galerist, Künstlerin, Kunsthistorikerin und Förderer zu vereinen und ein Votum abzugeben, das mehr ist, als “der kleinste gemeinsame Nenner”.

Um 12.30 Uhr war es dann endlich soweit. Dortmunds Kulturdezernent Stüdenmann begrüßte die Gäste, lobte die Macher, dankte den Förderern und ließ die Katze aus dem Sack. Die “Best Box 2011″ und ein Geldpreis in Höhe von 500 Euro gingen an Shige Fujishiro. Er überzeugte mit der besten Inszenierung seiner Box, aber auch mit den Konzepten und Arbeiten im Hintergrund. Für viele der Gäste eine Überraschung. Geweihe, Blumengestecke, ein Kosmos aus Perlen, filigran und bunt. Eher Kitsch als Kunst!? Doch die Frage wird nicht erst seit Jeff Koons diskutiert und entsprechend kennt auch Fujishiro das Wort – trotz geringer Deutschkenntnisse. Mit dem Preis hat er jedenfalls selbst nicht gerechnet und verpasste um ein Haar die Verleihung.

 Der junge Japaner mit aktuellem Wohnsitz in Hannover darf sich nun auch über eine Einzelausstellung in der Galerie im RWE Tower Dortmund freuen, denn RWE förderte die Kunstmesse und möchte dem Preisträger eine weitere Plattform bieten. Wir sind gespannt, wie es ihm gelingt, seine Arbeiten in einem größeren Raumkontext zu inszenieren und ob sie sich in unserem kühlen Ambiente aus schwarzem Marmor und weißen Wänden behaupten werden. Sicher aber zaubern sie ein Lächelen auf die Gesichter der Besucher, Mitarbeiter und Passanten. Zunächst. Denn hinter der Oberfläche dieses Perlenkosmos ist mehr. Zu sehen ab März 2012.

Alle Bilder: Schonhoff/die-transformer.de

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Daniela Berglehn am 30. November 2011 in Kultur

„Ach, ich glaube meine Energie reicht!“ Das Energie-Interview mit Dr. Heike Kahl

Dr. Heike Kahl ist Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Ein gemeinsames Projekt der DKJS und der RWE Stiftung ist das Programm „Lichtpunkte“: In insgesamt elf Projekten in Berlin und Rheinland-Pfalz werden Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien gefördert. Im Rahmen des RWE Stiftungstags stellte Dr. Heike Kahl gemeinsam mit vier Jugendlichen aus Berlin-Neukölln das Lichtpunkte-Projekt „Übergänge“ vor, das den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, die Außenwirkung ihres Kiez’ in die eigene Hand zu nehmen.

Was war für Sie das Highlight des ersten RWE Stiftungstags am 24. November 2011?
Die Überraschung, wie sich aus unterschiedlichen Perspektiven und Themen ein spannendes Ganzes entwickelt.

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Mir fallen nicht gleich die physikalischen Gesetzmäßigkeiten ein. Viel eher denke ich an Kraft, Elan, Motivation und die Phantasie, die von Menschen ausgeht.

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Vieles von dem, was alle beschäftigt. Aber auch die Sorge, dass die Diskussion ideologisch geführt wird. Und dass diejenigen, die sonst Toleranz einklagen, bei dieser Frage andere Meinungen wenig tolerieren.

Wo tanken Sie Energie?
Bei Zeit für Besinnung, bei Sport und Literatur.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Ach, ich glaube meine Energie reicht!

Foto: Frank Vinken

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Daniela Berglehn am 29. November 2011 in Bildung, Kultur, Soziales