Lichtgestalten im Revier

Markus Lüpertz im Osthaus Museum Hagen, Heinz Mack im Museum Ostwall im Dortmunder U. Zwei Künstler der alten Schule werden mit großen Ausstellungen im Revier geehrt. Und diese “alte Schule” erscheint jünger und dynamischer denn je.

Bereits mit der Retrospektive “Im göttlichen Licht“, die im letzten Jahr in Den Haag zu sehen war, stellte Malerfürst Lüpertz unter Beweis, dass seine Bilder noch immer vor Kraft strotzen. Teile dieser Ausstellung – ergänzt um neue Arbeiten – hat nun Tayfun Belgin unter dem Titel “Der gemalte Horinzont” ins Osthaus Museum nach Hagen geholt.

 

Von Den Haag nach Hagen: Markus Lüpertz Retrospektive (Foto: Frank Vinken)

 

Mittlerweile umfasst Lüpertz’ Werk wohl mehr als 15.000 Arbeiten: Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Bühnendekorationen, Kostüme, Gedichte, sogar Kirchenfenster – doch aufhören? Für ihn undenkbar.  Sein Kosmos wächst weiter und seine Werke finden Anerkennung im In- und Ausland. Vielleicht gerade weil er jemand ist, der sich jeder Strömung des Zeitgeistes widersetzt. Seine Kunstwerke sind keine Kommentare zu zeitgeschichtlichen Ereignissen und mit ihrer Farbigkeit und Kraft verweisen sie gern auf etwas Höheres. Hermes, Herkules, Merkur sind feste Akteure in Lüpertz’ göttlicher Komödie, die noch bis 29. Juli in Hagen aufgeführt wird. Zum Mitnehmen sei der schöne Ausstellungskatalog empfohlen, der nicht zuletzt durch die Förderung der RWE realisiert werden konnte.

Auch zur Ausstellung “Zwischen den Zeiten” des Malers und Bildhauers Heinz Mack ist ein schöner Katalog erschienen – ebenfalls mit Unterstützung der RWE. Kein Wunder, geht es doch auch hier um Energie in ihrer schönsten Form: Farbe und Licht.

 

Heinz Mack vor seinem “Garten Eden” (Bild Ruhr Nachrichten, Tilman Abegg)

 

Kinetische Objekte, Lichtskulpturen und Malerei von den 70er Jahren bis heute werden auf der 6. Etage des Dortmunder U präsentiert. Silbern spiegeln die Steelen in der großen Eingangshalle das Licht, rechst geht es in den Dunkelraum, wo es bunt blitzt und schillert, ruhig und golden die Stimmung dagegen im Sahara-Raum. Hier wird der Besucher mit den Ergebnissen aus Macks frühen Experimenten in der Wüste konfrontiert. Mack, er ist eben nicht nur Maler und Bildhauer, er ist auch Forscher. Die Dortmunder Ausstellung bietet für dieses umfangreiche Werk einen sehr schönen Überblick und zeigt Arbeiten, die noch nie oder schon lange nicht mehr zu sehen waren.

Wie Belgin in Hagen konnte auch Direktor Kurt Wettengl aus einem nahezu unerschöpflichen Werk auswählen. Es ist ihm und seiner Co-Kuratorin Katja Knicker dabei gelungen, den zahlreichen Geburtstagsausstellungen des vergangenen Jahres neue Aspekte hinzuzufügen.

Anlaß für die Ausstellung, die ebenfalls noch bis zum 29. Juil zu sehen sein wird, war übrigens die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Kunstpreis der Kulturstiftung Dortmund  an Heinz Mack. Bei der Preisverleihung am 6. Mai gehörte die Bühne dann aber auch noch einer jungen Frau. Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an Roseline Rannoch, von der wir – wenn es nach Jurymitglied Kay Heymer (Leiter zeitgenössische Kunst im Museum Kunstpalast Düsseldorf)  geht – noch viel hören werden. Sie bekam ihr Schaufenster auf der 4. Etage im U und überzeugt dort mit Arbeiten voller Witz und Gespür für Materialität. Von der Decke baumelt ein Spongebob in Silber. Er scheint aus einer anderen Welt. Ein Schelm, wer jetzt an den Tele Mack denkt.  :)

 

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Daniela Berglehn am 07. Mai 2012 in Kultur

Von Sternen im Keller und am Himmel

Am 27. März 2011 endete die Ausstellung “Licht 21″ im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna. Licht-Kunst-Visionen für das 21. Jahrhundert waren das Thema und die drei ganz unterschiedlichen Künstler H.C. Berg, Brigitte Kowanz und Christina Benz bezogen in den Gewölben der alten Lindenbrauerei Position. Eine kleine, aber exzellente Ausstellung. Sicher, es gab spektakulärere Projekte an weit aus weltstädtischeren Orten als Unna – aber kaum erhellendere. Die Treppen in den dunklen Keller hinunter zu steigen und dann dem “Eye of Light” von H.C. Berg gegenüber zu stehen – das war berührend und fordernd, schön und auch ein wenig schrecklich. Wie eben alles Schöne.

 

Und es ist dieses Werk, das mir einfällt, wenn es in diesen Tagen vermehrt um Sterne geht, die einem den Weg weisen und das Licht, das in die Welt gebracht wurde. Damals war es noch richtig dunkel, kein Hirte, kein Schaf und kein König wurden durch Leuchtreklame abgelenkt. Das Licht konnte seine ganze Schönheit entfalten. Muss toll gewesen sein. Fast wie Unna.

(Foto: Frank Vinken)

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Daniela Berglehn am 23. Dezember 2011 in Kultur