Bronnbacher Stipendium: Im besten Fall entsteht eine Sehnsucht nach Kunst

Am 9. Mai 2012 fand an der Ruhr-Universität Bochum die Abschlussfeier des 5 Jahrgangs des von der RWE Stiftung geförderten Bronnbacher Stipendiums statt. Das Programm ermöglicht den Stipendiaten ein Jahr lang einen intensiven Einblick in zeitgenössische Kunst. Als Stipendiaten ausgewählt wurden Studierende und Promovierende aus verschiedensten fachlichen Disziplinen. Das Besondere daran: von der Wirtschaftswissenschaft über die Medizin bis hin zur Chemie handelt es sich dabei gerade um „kunstferne“ Fächer. Im Laufe der vierzehn Abend- und Wochenendveranstaltungen begegneten sie Künstlern und Kulturschaffenden, setzten sich mit einzelnen Werken und spezifischen Positionen auseinander und nahmen auch selbst aktiv an künstlerischen Workshops teil.
Das fünfjährige Bestehen des Stipendiums ist Anlass genug einmal nachzufragen. Beim Kurator Dr. Sven Sappelt, der das Stipendium an der Ruhr-Universität Bochum aufgebaut hat und bis heute leitet. Und bei den ehemaligen Stipendiaten. Was passiert, wenn „Fachfremde“ auf zeitgenössische Kunst treffen?

5 Jahre Bronnbacher Stipendium sind eine lange Zeit und viele Erfahrungen. Was waren aus deiner Sicht die Highlights des Programms?

Sven Sappelt: Im Laufe von fünf Jahren kommen natürlich etliche Veranstaltungen zusammen. Wir haben Kulturmetropolen wie Berlin, Wien, Paris, Istanbul und Stockholm besucht; mit eindrucksvollen Persönlichkeiten wie Nele Hertling, Heiner Goebbels und Matthias Lilienthal gesprochen und mit jüngeren Künstlern wie Doris Dziersk, Herbordt & Mohren, Maxi Obexer, FÖN und Jan Wagner zusammengearbeitet. Da fällt es schwer, einzelnes besonders hervorzuheben.

Du arbeitest mit Studierenden und Promovierenden aus verschiedenen Fachbereichen. Wie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit?

Sven Sappelt: Zunächst einmal versuche ich die Stipendiaten gar nicht als Studierende zu sehen, sondern als Menschen mit individuellen Biografien und besonderen Begabungen. Das schafft schon einmal viele Gemeinsamkeiten. Dass sie sich um eine Teilnahme an dem Programm bewerben müssen, gewährleistet, dass sie freiwillig kommen und wirklich etwas wissen möchten. Für mich bedeutet das wiederum, dass ich auch etwas bieten muss, da sie ansonsten einfach wegbleiben. Dieses gegenseitige Interesse ist eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Stipendiaten-Statement Nr. 1

Während des Bronnbacher Stipendiums lernten wir eine Reihe von intelligenten und kreativen Köpfen kennen, sowohl unter den Mitstipendiaten als auch unter unseren Gesprächspartnern bei den wöchentlichen Exkursionen. Das alles gab mir viele Denkanstöße mit und zeigte mir, wie ich in gewissen Situationen das Beste aus mir raushole. Seit dem Bronnbacher Stipendium bin ich sensibler für kulturelle und politische Themen und habe eine Meinung zu Themen, denen ich früher gleichgültig oder unwissend gegenüber stand. Außerdem nehme ich aktiver am kulturellen Leben meiner Stadt teil und bin motivierter mich sozial zu engagieren. Nicht zuletzt lernte gute Freunde fürs Leben kennen.

Kerstin Poggemann (26); 3. Bronnbacher Jahrgang; Studiengang: Humanmedizin; berufliche Tätigkeit: Assistenzärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin

Grenzen überschreiten

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Sarah Meyer-Dietrich am 14. Mai 2012 in Bildung, Kultur

Willkommen im Wohnzimmer

„Es wird privat”, versprechen die Kuratorinnen der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen mit der aktuellen Ausstellung „AT HOME, der Blick durchs Schlüsselloch, Wohnen im Ruhrgebiet – gesehehen durch die Kunst”. Zum Thema werden 220 Arbeiten von 65 (Foto-)Künstlern gezeigt. Darunter auch Mischa Kuball und Sebastian Mölleken. Kuball zeigt einen Ausschnitt aus seinem grandiosen, von der RWE geförderten Kulturhauptstadt-Projekt  „New Pott. 100 Lichter / 100 Gesichter”. Mölleken, 2010 der zweite VISIT-Künstler der RWE-Stiftung, präsentiert mit Oliver Blobel die gemeinsame Semesterarbeit „Nachbarschaft. Im Emscherbruch” aus dem Jahr 2008.

 „AT HOME”-Plakatmotive von Jörg Winde: Tante Änne. Wohnung Trosin. Gelsenkirchen aus 1994, Vintage-Print einer analogen Großformat-Fotografie.

In Oberhausen zeigt Mischa Kuball wohl die aktuellste und authentischsen Einblicke in Wohnzimmer der Ruhrgebiets, wenn 100 Migrantenfamilien aus 100 Nationen ihre Geschichte erzählen. Der Düsseldorfer Fotograf Egbert Trogemann hat die Bilder und Videos gemacht. Seine schwarzweißen Fotografien kontrastieren die Interviewsituation mit den leeren Wohnräumen, aufgenommen aus exakt derselben Perspektive mit derselben Belichtung im selben Format.

Sebastian Mölleken und Oliver Blobel ist es zu verdanken, dass wir uns nicht nur von den Bewohnern in den Fenstern ihrer Zechenhäuser im Herner Emscherbruch ein Bild machen können, sondern auch von den Zimmern dahinter. Die beiden Fotodesigner haben Licht gemacht und sich mit einem Hubsteiger auf Augenhöhe mit ihren Motiven begeben. Das Resultat sind seltsam helle und lebendige Bilder. Im Fenster liegen nicht mehr  nur  die Menschen, sondern auch ein kleiner Teil ihrer ganz privaten Welt dahinter. Auf der Pressekonfenz zur Oberhausener „AT HOME”-Ausstellung am Donnerstag haben die beiden übrigens ihren Dozenten an der Fachhochschule Dortmund getroffen. Prof. Jörg Winde lehrt dort Fotodesign und zeigt seine Fotoserie „Tante Änne” aus den Jahren 1992 bis 1994 ebenfalls im Erdgeschoss der Ludwiggalerie. Das Plakatmotiv  (oben) stammt aus dieser Serie. Retro-Stimmung und Farbstich sind analog-authentisch und können von keiner app der welt erzeugt werden, ob wohl das immer wieder versucht wird.

Überdies ist „AT HOME” sehr sehenswert und bietet viel Kunst pro Quadratmeter Wohnfläche. Von der klassischen journalistischen Auffassung der Ruhrgebietsfotografie-Ikonen Manfred Vollmer, Achim Pohl, Jürgen Leiendecker, Marga Kingler und Brigitte Krämer über die formale Strenge der Bechers bis zu den verspielt-ironischen Kunst-Stücken von Judith Saupper und dem hinreißenen „skribblegebibble” von David Janzen und Simon Mellnich. Denen gelingt es mit ihrer Arbeit „April, Mai, Juni 2011”, dem Kulturwandel im Revier eine pointierte Rückkopplung zu verpassen. Ganz schön schrill – wie Rückkopplungen eben so sind – erweitern sie Omas Kitsch-Couch mit schlichtesten Mitteln zu einem kleinen Steam-Punk-Uniersum samt Tagebau im klaffenden Polster, Baumaschinen aus Pappkarton und einem wattedampfenden Zug nach nirgendwo. Wandel durch Industriekultur mal ganz anders. Herrlich.

Die Bilder:

Nun möchte ich diesen Weblogeintrag nicht endgültig abspeichern, ohne zwei Dinge angemerkt zu haben.

Erstens wird “AT HOME” am 20. Mai, dem kommenden Sonntag der RuhrKunstMuseen, um die die Ausstellung „Mein liebstes Stück” erweitert. Gezeigt werden Dinge mit Geschichte aus dem Privatbesitz freiwilliger Ruhrgebietsbewohner. Noch bis Ende August können sich Interessierte daran beteiligen und das Bewerbungsformular auf dieser Seite  der Ludwiggalerie herunterladen. Dort finden sich auch alle Termine der Museumspädagogik von Wohnsinn! bis Luftschloss DreiTausendZwölf.

Zweitens könnte diese Aktion den Gelsenkirchener-Barock-Faktor im Schloss Oberhausen beträchtlich senken. Gut möglich, ich habe 2010 einfach zuviel Aufbruchstimmung inhaliert, oder zuviel junges Ruhrgebiet erlebt, dass auch gut in Hamburg oder Berlin spielen könnte. Vielleicht bin ich auch einfach nicht jung genug. Sicher ist aber eins. Ich kann diese bräsigen Sessel und Sofas, diese schrecklichen Furniermöbel vor tristen Tapeten nicht mehr sehen. Ich wünsche mir eine Ausstellung über das Wohnen im Ruhrgebiet mit Kunstwerken und Bildern nicht älter als, sagen wir mal, fünf Jahre. Die darf dann auch ruhig „ZU HAUSE” heißen, mit einer kleinen und gut recherchierten historischen Abteilung. Da kommen dann die Möbel von Omma rein und gut ist.

 

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Frank Vinken am 12. Mai 2012 in Allgemeines, Kultur

Lichtgestalten im Revier

Markus Lüpertz im Osthaus Museum Hagen, Heinz Mack im Museum Ostwall im Dortmunder U. Zwei Künstler der alten Schule werden mit großen Ausstellungen im Revier geehrt. Und diese “alte Schule” erscheint jünger und dynamischer denn je.

Bereits mit der Retrospektive “Im göttlichen Licht“, die im letzten Jahr in Den Haag zu sehen war, stellte Malerfürst Lüpertz unter Beweis, dass seine Bilder noch immer vor Kraft strotzen. Teile dieser Ausstellung – ergänzt um neue Arbeiten – hat nun Tayfun Belgin unter dem Titel “Der gemalte Horinzont” ins Osthaus Museum nach Hagen geholt.

 

Von Den Haag nach Hagen: Markus Lüpertz Retrospektive (Foto: Frank Vinken)

 

Mittlerweile umfasst Lüpertz’ Werk wohl mehr als 15.000 Arbeiten: Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Bühnendekorationen, Kostüme, Gedichte, sogar Kirchenfenster – doch aufhören? Für ihn undenkbar.  Sein Kosmos wächst weiter und seine Werke finden Anerkennung im In- und Ausland. Vielleicht gerade weil er jemand ist, der sich jeder Strömung des Zeitgeistes widersetzt. Seine Kunstwerke sind keine Kommentare zu zeitgeschichtlichen Ereignissen und mit ihrer Farbigkeit und Kraft verweisen sie gern auf etwas Höheres. Hermes, Herkules, Merkur sind feste Akteure in Lüpertz’ göttlicher Komödie, die noch bis 29. Juli in Hagen aufgeführt wird. Zum Mitnehmen sei der schöne Ausstellungskatalog empfohlen, der nicht zuletzt durch die Förderung der RWE realisiert werden konnte.

Auch zur Ausstellung “Zwischen den Zeiten” des Malers und Bildhauers Heinz Mack ist ein schöner Katalog erschienen – ebenfalls mit Unterstützung der RWE. Kein Wunder, geht es doch auch hier um Energie in ihrer schönsten Form: Farbe und Licht.

 

Heinz Mack vor seinem “Garten Eden” (Bild Ruhr Nachrichten, Tilman Abegg)

 

Kinetische Objekte, Lichtskulpturen und Malerei von den 70er Jahren bis heute werden auf der 6. Etage des Dortmunder U präsentiert. Silbern spiegeln die Steelen in der großen Eingangshalle das Licht, rechst geht es in den Dunkelraum, wo es bunt blitzt und schillert, ruhig und golden die Stimmung dagegen im Sahara-Raum. Hier wird der Besucher mit den Ergebnissen aus Macks frühen Experimenten in der Wüste konfrontiert. Mack, er ist eben nicht nur Maler und Bildhauer, er ist auch Forscher. Die Dortmunder Ausstellung bietet für dieses umfangreiche Werk einen sehr schönen Überblick und zeigt Arbeiten, die noch nie oder schon lange nicht mehr zu sehen waren.

Wie Belgin in Hagen konnte auch Direktor Kurt Wettengl aus einem nahezu unerschöpflichen Werk auswählen. Es ist ihm und seiner Co-Kuratorin Katja Knicker dabei gelungen, den zahlreichen Geburtstagsausstellungen des vergangenen Jahres neue Aspekte hinzuzufügen.

Anlaß für die Ausstellung, die ebenfalls noch bis zum 29. Juil zu sehen sein wird, war übrigens die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Kunstpreis der Kulturstiftung Dortmund  an Heinz Mack. Bei der Preisverleihung am 6. Mai gehörte die Bühne dann aber auch noch einer jungen Frau. Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an Roseline Rannoch, von der wir – wenn es nach Jurymitglied Kay Heymer (Leiter zeitgenössische Kunst im Museum Kunstpalast Düsseldorf)  geht – noch viel hören werden. Sie bekam ihr Schaufenster auf der 4. Etage im U und überzeugt dort mit Arbeiten voller Witz und Gespür für Materialität. Von der Decke baumelt ein Spongebob in Silber. Er scheint aus einer anderen Welt. Ein Schelm, wer jetzt an den Tele Mack denkt.  :)

 

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Daniela Berglehn am 07. Mai 2012 in Kultur

Wasser-Zeichen für den Wissensdurst

Wir finden, dass zur Diskussion über Energie-Bildung, Erziehung und Kultur in Krisenzeiten auch die vom RWE geförderten Museen „Strom und Leben“ im Umspannwerk Recklinghausen, das Haus Ruhrnatur und das Wassermuseum „Aquarius“ in Mülheim gehören. Der „Aquarius“ feiert  in diesem Jahr den 20. Geburtstag. Betrieben wird das 50 Meter hohe Baudenkmal von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft, RWW, die im laufenden Jahr ebenfalls Grund zum Feiern hat. Die RWE-Tochter wird 100.

Für zahlreiche Schulen des Ruhrgebiets gehört der „Aquarius“ seit Jahren zum festen Projekt- und Exkursionsprogramm. Die Besucherzahlen sind auf hohem Niveau stabil. Nach 48.000 Gästen im Kulturhauptstadtjahr 2010 waren es 2011 rund 40.000, die sich mit einer persönlichen Chipkarte durch die interaktiven Module der 30 Erlebnis-Stationen auf 14 Ebenen durch die Welt des Wassers geforscht haben. Vom virtuellen Labor-Experiment bis zur Steuerung eines komplettes Wasserwerks in der realistisch nachgebauten Leitwarte.

Das museumspädagogische Programm des „Aquarius“-Teams reicht vom 3. bis zum 10. Schuljahr. Mit Klemmbrett, Stift und Wissensdurst folgen die jüngsten Besucher in kleinen Gruppen den Spuren des Froschkönigs durch das Wasser-Zeichen an der Ruhr. Für ältere Jahrgänge und erwachsene Besucher wird seit 2010 die Sonderausstellung zum aktuellen Thema „Virtuelles Wasser“ präsentiert. Wie viel Wasser wird tatsächlich und weltweit für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel und Konsumgüter verbraucht? Was kostet der Biss in den Burger wirklich, wenn zur Erzeugung einer einzigen Tomate bereits rund 13 Liter Wasser nötig sind und 1 Kilogramm Rindfleisch von der Geburt des Tieres bis zum Fast-Food-Grill rund 15.500 Liter Wasser verschlingt? Was ein Automobil im Durchschnitt kostet, will man angesichts der Wasserknappheit in den Dürreregionen des Planeten gar nicht wissen. Es sind nach Angaben der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. – abhängig von Größe und Modell – im Durchschnitt 400.000 Liter.

Doch zurück zum 20. Geburtstag der Land- und Lernmarke an der Ruhr. Gefeiert werden soll unter anderem mit dem Eintritt von einem Euro für alle am Weltwassertag der UNESCO. Für den Frühsommer ist ein Familienfest geplant und Mechthild Großmann, die Münsteraner “Tatort”-Staatsanwältin mit der markant tiefen Stimme, wird bei der 2012er Extraschicht mit einer Lesung im „Aquarius“ gastieren. Das komplette Programm ist in Arbeit.

Anzumerken bliebe, dass die meisten Bilder unserer “Aquarius”-Galerie 2009 und 2010 für die Dokumentation der RWE-Aktivitäten im Kulturhauptstadtjahr entstanden sind. Unter anderem für den Band “Kultur elektrisiert“, der im Klartext-Verlag erschienen ist, im Foyer des Wassermuseums ausliegt und als Sammlerstück immer noch im gut sortierten Buchhandel erhältlich ist.

Zwei Dinge noch. Erstens werden Die Seelöwen von Ottmar Hörl nach einer Präsentation in Dortmund bald im Duisburger Zoo zu sehen sein. 5o der schwarzen Multiples sollen dort ihren lebenden Artgenossen als Dauerleihgabe Gesellschaft leisten und den Kindern für ausgiebige Streicheleinhaten zur Verfügung stehen.  Zweitens war die Gelegenheit  günstig, “Aquarius”-Direktor Andreas Macat unsere vier Energie-Fragen zu stellen.

Andreas Macat

Seine Antworten:

Welche spontanen Assoziationen haben Sie bei dem Begriff Energie?
Energie ist für mich zu allererst Lebensenergie. Eine Kraft, die uns antreibt. Die Freude und Wohlbefinden schafft. Energie ist jener Motor, der uns durchs Leben führt. Nicht nur uns Menschen, sondern alles Leben auf unserem Planeten.

Was verbinden Sie mit der Energiewende?
Die Energiewende ist die notwendige Einsicht in die Tatsache, dass fossile Energieträger endlich sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Vorräte an Erdöl, Kohle usw. aufgebraucht sind. Darauf müssen wir uns einstellen. Die Energiewende kann aber kein eindimensionaler Prozess sein, dafür spielen zu viele Faktoren und Wechselbeziehungen ein Rolle. Kreativität ist gefragt.

Wo tanken Sie Energie?
Um Energie zu tanken, gehe ich oft ins Freie. Licht und Sonne geben mir Energie. Ein Spaziergang in der Sonne, eine Wanderung im Bergischen, wo ich lebe, oder am Meer wirken oft Wunder.

Wofür hätten Sie gerne mehr Energie?
Ich kann nicht sagen, dass ich mir für etwas mehr Energie wünsche. Es ist eher ein Frage der Einstellung, der Haltung. Wofür möchte ich meine Energie einsetzen? Wofür lohnt es sich? Für ein bequemeres Sofa oder ein schnelleres Auto? Für die Beziehung zu einem Menschen?  Für mein eigenes Wohl oder das anderer?

 

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Frank Vinken am 13. Februar 2012 in Allgemeines, Bildung, Kultur

Gibt’s es tatsächlich kein „Entweder… oder…“ in der kulturellen Landschaft des Ruhrgebietes?

Ein Gastbeitrag von Thomas Kuta 

Auf dem Neujahrsempfang im Museum Bochum am 25. Januar 2012 wurde die erfreuliche Nachricht verkündet: das Kunstmuseum Bochum  muss sich nicht der kommunalen Denkhypothese beugen, eine Schließung des Hauses könne das Finanzloch der Stadt Bochum stopfen. Dieser Gedanke war tatsächlich absurd, denn eine Schließung des Museums hätte in der Tat nur den Tropfen auf dem heißen Stein bedeutet – und selbst dann! Natürlich hat dieses Vorgehen Strategie: das erstmalige Formulieren eines solchen Spargedankens erzeugt eine Dramatik, dem Zorn und Widerstand aus der allgemeinen Kulturlandschaft, aus der Politik, aus der Wirtschaft und aus der Bevölkerung entgegenwirken. Je häufiger allerdings  solche Vorschläge gemacht werden, desto „normaler“ werden diese Ideen im Bewusstsein der Menschen. Daher: aufgepasst und kritisch bleiben!

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Daniela Berglehn am 03. Februar 2012 in Allgemeines, Kultur