Ehrenamt ist nicht umsonst (zu haben)

Wie lässt sich bürgerschaftliches Engagement besser fördern? Wie motiviert man Menschen zum Ehrenamt? Darüber diskutierten bei der Berliner Stiftungswoche jetzt Verantwortliche aus Stiftungen, Ehrenamtliche und Politiker. Ein Beitrag unserer Gastautorin Christine Plaß:

Fische sezieren, TV-Dokus filmen, Fußballspielen. Flexibilität ist für Anna Vatankhah Berufsalltag. Als Projektleiterin des Knowledge Clubs Berlin an der Richard-Grundschule in Neukölln leitet sie dort Studenten an, die nachmittags Freizeitaktivitäten anbieten – ehrenamtlich versteht sich.

Die Angebote orientieren sich an den Bedürfnissen der Kinder und wollen ihre Talente und Interessen fördern. Mit dem Film „Lottokönig Abdallah“ kamen die Kids von der Richard-Schule sogar in die Tagespresse. Anna Vatankhah hatte Filmschaffende von „Arte“ und „Tatort Leipzig“ gewonnen, die mit den Grundschülern drehten. Doch TV-Dokus filmen und mit Kindern arbeiten, die sich, wie Schulleiterin Marita Holt es freundlich ausdrückt, „oft erst einmal von ihrer herausfordernden Seite zeigen“, sind zweierlei paar Schuhe. Als Sonderpädagogin gibt Anna Vatankhah Tipps, wie man „die Kinder kriegen kann“. Sie weiß: „Es ist eine große Herausforderung für die Ehrenamtlichen. Das ist auf gar keinen Fall nur Spaß, sondern harte Arbeit.“

 

Großes Podium für das Thema Ehrenamt: Die Experten diskutierten im ZDF-Hauptstadtstudio

 

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Redaktion am 02. Mai 2012 in Bildung, Soziales

Kinder- und Jugendförderung durch Stiftungen – wohin führt der Weg?

“Umsonst? Wertvoll!”

Unter diesem Motto steht unsere Diskussionsrunde im Rahmen der Berliner Stiftungswoche am Freitagabend. Es geht um bürgerschaftliches Engagement zugunsten von Kindern und Jugendlichen und im Besonderen um die Frage, welche Rolle dabei Stiftungen spielen.

Mehr Infos: www.berlinerstiftungswoche.eu

Dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ohne bürgerschaftliches Engagement nicht mehr auskommt, dürfte „common sense“ sein. Schließlich sind ehrenamtliche Helfer eine enorme Unterstützung: in der Freizeitgestaltung etwa, im Bildungsbereich, aber auch in der Begleitung kranker Menschen. Diskussionsbedarf gibt es dennoch: weiterlesen »

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Redaktion am 16. April 2012 in Bildung, Soziales

Es geht weiter: Verlängerung für unsere „Lichtpunkte“

2012 hat überraschend gut begonnen für Deutschland: Die Bankenkrise scheint plötzlich kein Thema mehr zu sein, der Aktienindex Dax legte den besten Start seit 15 Jahren hin, die Exporte überstiegen erstmals die Billionen-Marke. Angesichts so vieler wirtschaftlicher Euphorie-Meldungen gerät in Vergessenheit, dass unser Land keineswegs ein Hort der Prosperität ist: Armut macht auch vor reichen Ländern nicht halt. „Arm, ärmer, Deutschland“ haben wir neulich einen Beitrag bei uns im Blog überschrieben, nachdem die Bertelsmann-Stiftung Zahlen veröffentlicht hatte, wonach in manchen Teilen unseres Landes jedes dritte Kleinkind mit seiner Familie von Hartz IV lebt. Die Studie hatte es sogar in die Schlagzeilen von „Spiegel Online“ geschafft.

Die RWE Stiftung hat das Thema Kinder- und Familien-Armut schon seit einigen Jahren „auf dem Radar“ und mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und den Länderregierungen von Berlin und Rheinland-Pfalz im Jahr 2011 das Projekt „Lichtpunkte“ initiiert. „Lichtpunkte“ bedeutet aktive und kreative Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher, verbunden mit Förderprogrammen für die Eltern. Jetzt haben wir mit unseren Partnern beschlossen, zehn „Lichtpunkte“-Einrichtungen, die wir seit zunächst für ein Jahr gefördert hatten, weiter zu unterstützen.

 

Website des Mainzer Projekts “Kartoffeln und Kebab”

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Redaktion am 22. Februar 2012 in Soziales

Kiezbotschafter in Neukölln – mit Vorurteilen aufräumen

Auf der “High Deck Siedlung” in Berlin-Neukölln lasten viele Vorurteile und Klischees. Die Jugendlichen im zertifizierten „Lichtpunkte“- Projekt „Übergänge“ aus der High-Deck-Siedlung haben nun die Möglichkeit, die Außenwirkung ihres Kiez in die eigene Hand zu nehmen. An touristischen Plätzen Berlins haben sie Passanten zu ihrem Bild von Neukölln befragt. Und sie haben ihnen von ihrem eigenen Stadtteil berichtet. Die Kiezbotschafter entwerfen mit diesem Film selbst eines von vielen Bildern, welches sich andere über sie und ihren Stadtteil machen können. Aber sehen Sie selbst: zum Video

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Daniela Berglehn am 10. Januar 2012 in Soziales

Neue Unicef-Studie bestärkt uns in unserer Arbeit

Das waren in der Tat einige überraschende Erkenntnisse, die die jetzt im Dezember veröffentlichte Unicef-Studie zur Lebenssituation von Kindern in Deutschland gebracht hat. Wir bei der RWE Stiftung fühlen uns durch sie bestätigt, denn vier zentrale Ergebnisse sind für unsere Arbeit heute schon maßgeblich – was man vor allem am Projekt „Lichtpunkte“ erkennen kann:

 

Genau hinsehen: In allen Häusern leuchten “Lichtpunkte”

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Redaktion am 02. Januar 2012 in Bildung, Soziales

Wer soll’s richten? Bildung und Migrationshintergründe.

Vor ein paar Tagen habe ich mich auf Facebook beschwert, dass die FAZ/ FAS nur ausgewählte Beiträge online veröffentlicht. Vielmehr: Das häufig die spannendsten Beiträg zunächst nicht online verfügbar sind. Zunächst – denn zwei, drei Tage später schickte mir unser Freund Thomas Kuta den Link zu – versehen mit einem süffisanten “Smile”.

Heute können Sie also selbst lesen, warum mich der Beitrag - ein Gespräch zwischen einer (“deutschstämmigen” – sagt man wohl so) Lehrerin und drei Eltern mit Migrationshintergrund so beeindruckt hat. Das Spannende: Lehrerin und Eltern geben selbst Einblick in das, wie sie Schule und ihre Kinder als Schüler erleben. Und sie reflektieren darüber, was sie selbst als Eltern tun können, damit aus ihren Kindern mal etwas Anständiges wird. Keine Klischees also, keine Klugscheißerei, keine Patentrezepte. Das wirkliche Leben. Dafür ein Dank an die FAZ! Drei Beispiele sollen zeigen, wie kompliziert das ist – “Bildung mit Migrationshintergrund” – und wie einfach zugleich:

1. Die Lehrerin macht den Vorschlag, dass Eltern ihre Kinder zu Hause laut vorlesen lassen sollen- auf Deutsch natürlich, aus jedem x-beliebigen Schriftstück, das auf dem Küchentisch liegt. Da wirft der türkischstämmige Vater ein: “Wir können aber nicht von den Kindern erwarten, Zeitung oder Bücher zu lesen, wenn die Eltern nicht entsprechend ausgebildet sind. Wir können nicht erwarten, dass das zu Hause passiert.” FAZIT: Die Schule muss ran!

2. Arbeit mit Schülern ist Arbeit mit Eltern. Nur: Ohne Engagement und Einfallsreichtum läuft gar nichts. Sagt der türkischstämmige Vater, der seinen Kumpels Schulthemen im Kaffeehaus unterschiebt. Sagt die Lehrerin, die – obwohl das nicht gern gesehen wird – die Eltern zu Hause aufsucht. Zeitintensiv sei das, weil man die ganze Familiengeschichte kennenlernt – und sinnvoll, weil man ein besseres Verständnis der Lebenssituation der Schüler mitnimmt. Sagt die RWE Stiftung, die gemeinsam mit der Deutschen Kinder und Jugendstiftung das Projekt “Rollberg-Väter” in Berlin-Neukölln unterstützt. FAZIT: Väter in die Schulen (oder Kitas)!

3. Gestern habe ich überlegt, ob das Sprichwort lautet “Leerer Bauch studiert nicht gern” oder “Voller Bauch studiert nicht gern”. Was meinen Sie? Richtig ist auf jeden Fall die Beobachtung unserer Lehrerin: Ob ein Kind Stullen und Äpfel mit in die Schule bekommt oder es sich Chips und Salzstangen am Kiosk kauft, hat nicht nur mit Bildung, sondern auch mit der Frage “Wie wertvoll sind mir meine Kinder?” zu tun. FAZIT: Ein klarer Blick aufs Umfeld ist wichtiger als sinnlose Elternversammlungen. Und er eröffnet viel Spielraum für neue Ideen.

In diesem Sinne viel Glück und Energie im neuen Jahr!

Und zum Schluss noch ein kleiner Spaß zum Thema:

Quelle: Greser & Lenz: Ist Europa noch zu retten?

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smu am 27. Dezember 2011 in Bildung, Soziales

„So was cooles hab ich noch nie erlebt“

Reisebericht unserer “Lichtpunkte”-Kids

Sie waren die heimlichen Stars neulich beim RWE Stiftungstag in Dortmund: Hammudi, Mohammed, Mohammed-Ali und Rim. Die vier Berliner Kinder hatten im Rahmen des „Lichtpunkte“-Projektes „Übergänge” einen Film über ihren Kiez Neukölln gedreht und diesen im Dortmunder „U“ vorgestellt.
Und offenbar hat den vieren der Wochenend-Trip ins Ruhrgebiet gefallen, denn alle haben uns jetzt im Nachhinein als Dankeschön jeweils einen kurzen Reisebericht geschrieben. Was uns besonders freut: Ihre Erinnerungen haben sie handschriftlich notiert – ein schöner Kontrapunkt zu all den computergetippten Mails, Dokumenten und Präsentationen im Berufsalltag. Für unser Blog mussten wir ihre Reisenotizen dann doch wieder digitalisieren – hier ein paar Auszüge:

Gruppenfoto beim Frühstück im Hotel. Den Stolz über ihren tollen Auftritt beim RWE Stiftungstag am Abend zuvor sieht man den Kids an.

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Redaktion am 21. Dezember 2011 in Bildung