Heute geht es los: Lukas Marxt (28), der aktuelle Stipendiat unseres „Artist in Residence“-Programms VISIT, startet in sein spektakuläres Projekt. Der Medienkünstler wird die nächsten zehn Tage auf einer Bohrinsel verbringen und die Atmosphäre auf dem Koloss in der Nordsee in Ton und Video festhalten. Betreiber der Plattform ist Statoil, die RWE Dea ist hier beteiligt. Vor dem Abflug haben wir ihn rasch noch zum Interview gebeten:
Herr Marxt, alle Koffer gepackt?
LUKAS MARXT: Ich darf leider ja nur 20 Kilo einpacken. Und allein die 16-Millimeter-Bolex-Kamera wiegt vier, fünf Kilo…

Lukas Marxt, Medienkünstler & Bohrinsel-Besucher
Da kennen wir aus dem Elektroladen aber leichtere Modelle…
Stimmt, eine normale Canon C60 hab ich ja auch dabei. Aber es gibt Bereiche auf einer Bohrinsel, in die darf man wegen der Explosionsgefahr keine Elektronik mit hinein nehmen. Die Bolex stammt noch aus den 1970ern und mit funktioniert rein mechanisch mit Federzug.
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Redaktion am 30. Januar 2012 in Allgemeines, Kultur
Sebastian Mölleken aus Oberhausen war einer der beiden ersten Künstler, die die RWE Stiftung im Rahmen des „VISIT“-Programmes gefördert hat. „VISIT“ ermöglicht es jungen Kreativen, sich in einem mehrmonatigen Projekt dem Themenfeld Energie und seinen Ausdrucksformen in der Gesellschaft zu widmen. Mölleken entschied sich für eine Fotoreportage über die Menschen und die Landschaft rund um den Tagebau Garzweiler. Ziemlich genau vor einem Jahr ging seine Foto-Ausstellung im Dortmunder RWE-Tower, die damals den Abschluss des Projektes bildete, zu Ende. Zeit für uns, nachzufragen, wie es dem heute 32-Jährigen seither ergangen ist:
Herr Mölleken, wohinein haben Sie seit dem Ende von VISIT Ihre Energie gesteckt?
SEBASTIAN MÖLLEKEN: Energie an sich ist interessanterweise mein Thema geworden. Das hat mit dem Tagebau-Projekt begonnen und sich 2011 fortgesetzt – ohne, dass ich das konkret geplant hätte.

Sebastian Mölleken im Selbstportrait
Inwiefern?
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Redaktion am 24. Januar 2012 in Kultur
Lukas Marxt sitzt in Oslo im Hotel und wartet. Darauf, dass es endlich losgeht. Der Medien-Künstler ist Stipendiat unseres „Artist in Residence“-Programms VISIT und hat den Wunsch eine Sound-/Video-Arbeit über Bohrinseln zu realisieren. Und weil die kein gängiger Treffpunkt für Kulturschaffende sind, muss er zunächst einen Vorbereitungskurs absolvieren, der in diesen Tagen beginnt. Fünf Tage Sicherheitstraining stehen auf dem Programm – Befreiung aus einem Helikopter uner Wasser, Verhalten bei Feuer, ein umfangreicher Theorieteil. Wenn er die Prüfung besteht (wir halten Sie hier im Blog natürlich auf dem Laufenden) und auch sonst alles glatt geht, darf er loslegen mit den Dreharbeiten, für die er eine Plattform der RWE DEA vor der Küste Norwegens besuchen will. “Platform” ist auch der Titel seines Projekts und was ihn fasziniert ist nicht unbedingt die Fördertechnik, sondern eher der “skulpturale Charakter” der Bohrinseln, ”die wie riesige Insekten aus dem Meer ragen”, sagt Marxt.

- Snorre A vor der Küste Norwegens wird von RWE DEA und Statoil betrieben und könnte ein Ziel von Lukas sein (Photo: Rune Johansen, Statoil)
Der Österreicher, der Kunst mit Schwerpunkt audiovisuelle Gestaltung in Linz, Lissabon und Köln studiert hat und seit 2007 in Europa, China und Australien ausstellt, ist einer von zwei Künstlern, die in 2011 für das VISIT-Programm ausgewählt wurden.
2009 hatte die RWE Stiftung VISIT erstmals ausgeschrieben und aus den Bewerbern zwei Fotografen ausgewählt: die Litauerin Joana Deltuvaite und den Oberhausener Sebastian Mölleken. Deltuvaite besuchte 2010 RWE Mitarbeiter in der Konzernzentrale, sah sich durch ihr Objektiv an, wie sie standardisierten Büroräumen etwas Individuelles, Persönliches gaben und nannte ihre Bilderserie “private in public”. Mölleken erkundete und portraitierte drei Monate lang die Menschen und die Landschaft rund um das Tagebaugebiet Garzweiler (Hier finden Sie übrigens den Projektkatalog).

- Foto aus der Serie “Tagebau” von Sebastian Mölleken, 2010
Und während Marxt in Oslo das Sicherheitstraining absolviert, geht VISIT bereits in die nächste Runde. Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Europa sind eingeladen, Projekte umzusetzen, die sich mit dem Thema Energie und seiner gesellschaftlicher Relevanz beschäftigen. Bewerber sollten nicht älter als 30 Jahre alt sein und sich bevorzugt mit elektronischen Medien auseinandersetzen. Bewerbungen sind bis zum 29. Februar möglich. Hier können Sie den VISIT-Flyer mit mehr Infos zu Bewerbung und Förderung herunterladen.
Derweil heißt es Daumen drücken für Lukas Marxt!
Daniela Berglehn am 19. Dezember 2011 in Kultur